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Remscheid
Spritzige Inszenierung

Remscheid. In der Aufführung des Musicals "Singin' In The Rain" überzeugte die Kammeroper Prag mit Situationskomik, Stepptanz und Songs. Von Wolfgang Weitzdörfer

Wie die Kammeroper Prag in Coproduktion mit dem Opernhaus Liberec "Singin' in the Rain", den Komödienstoff von Nacio Herb Brown und Arthur Freed, auf die Bühne des Teo Otto Theaters gebracht hat - das war die perfekte Samstagabendunterhaltung. Gut gelaunt, perfekt im Gesang, unglaublich koordiniert im Stepptanz und mit jeder Menge Situationskomik und Gags am laufenden Band sorgte das bestens eingespielte Ensemble aus der tschechischen Hauptstadt für jede Menge guter Laune im Publikum.

Auch das Bühnenbild von Jan Køí war ein einziger Hingucker - ständig wechselte die Dekoration, immer wieder fuhren Bühnenelemente hoch und runter, und auch die liebevoll nachgestellten Schwarzweiß-Stummfilm-Einspielungen zeigten die enorme Detailliebe der Macher auf. Für die bunten und farbenfrohen Kostüme zeichnete Veronika Hindle verantwortlich.

Zur Handlung: 1927 ist in Hollywood der Stummfilm der letzte Hit, das Traumpaar heißt Don Lockwood (hervorragend bei Stimme und Tanz: Jan Køí) und Lina Lamont (urkomisch: Kateøina ildová). Für die renommierten Monumental Studios produzieren die beiden Schauspieler einen Kassenerfolg nach dem anderen. Lamont ist zudem davon überzeugt, dass Lockwood sie heiraten wird. Der lernt jedoch die lebensfrohe Kathy Seldon (mit toller Altstimme: Marie Blahynková) kennen, die ihm aber zuerst einmal unter die Nase reibt, was sie von den Filmen Lockwoods hält, sie selber sei schließlich Theaterschauspielerin. Als Seldon dann bei der Premierenfeier zum neuesten Lamont/Lockwood-Film als singendes Bunny aus der Torte springt, zieht sie den Spott des Stummfilmstars auf sich. In der Folge finden Seldon und Lockwood jedoch zusammen.

Das Filmduo steht indes vor der Herausforderung des Tonfilms, der sich gerade zu entwickeln beginnt. Die Konkurrenz-Studios schlafen nicht, und so will auch Produzent R.F. Simpson (stilecht mit Schnäuzer und Zigarre: Zdenìk Nádelník) mit dem Starduo einen solchen Tonfilm drehen. Regisseur Roscoe Dexter (herrlich genervt: Oldøich Køí) verzweifelt aber an Lamonts Unfähigkeit vernünftig zu artikulieren - außerdem hat sie eine unmögliche, comichafte Piepsstimme. Da kann nur ein Sprachdouble in Form von Seldon helfen. Die hat jedoch bei der Filmdiva keinen guten Stand, ist sie doch ihre Nebenbuhlerin um die Gunst von Lockwood. Chaos und Durcheinander sind programmiert.

Besonders schön, neben den bekannten Songs, wie "Singin' In The Rain" oder "Good Morning", war dabei die Buddy-Beziehung zwischen Lockwood und seinem Pianisten Cosmo Brown (enorm agil und artistisch: Jan Révai), die sich die komödiantischen Bälle zuwarfen und furiose Stepp-Tänze aufs Parkett legten. Unter der Leitung von Martin Doubravsky untermalte das Orchester jede Szene in der knapp zweieinhalbstündigen Aufführung perfekt.

Quelle: RP
 
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