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Serie "was Wurde Aus. . .?"
Sprungbrett für die politische Karriere

Serie "was Wurde Aus. . .?": Sprungbrett für die politische Karriere
Jahr später mit Anzug und Krawatte - jetzt ist er stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU. FOTO: Junge Union
Remscheid. Für diese Serie haben wir mit ehemaligen Jugendräten Kontakt aufgenommen, um zu erfahren, wohin es die jungen Menschen nach ihrer Amtszeit verschlagen hat. Heute berichtet Mathias Heidtmann von seinem Werdegang. Von Cristina Segovia Buendia

Mathias Heidtmann gehört wohl zu den bekanntesten Gesichtern, die der Jugendrat bislang hervorgebracht hat. Der 28-Jährige vertrat vor über zehn Jahren, zwischen 2006 und 2008, als Vorsitzender des zweiten Jugendrates, die Belange der Jugendlichen unserer Stadt und hat sich weit darüber hinaus als Lokalpolitiker einen Namen gemacht. Heute sitzt Heidtmann als gewähltes Mitglied für die Remscheider Christdemokraten im Stadtrat, ist stellvertretender Fraktionsvorsitzender seiner Partei und für die CDU für die Themen Jugendhilfe, Sicherheits-, Umwelt- und Ordnungspolitik zuständig. Eine rasante, politische Karriere, deren Grundstein im Remscheider Jugendrat gelegt wurde.

"Nachdem ich bereits vorher Schülersprecher an meiner Schule war und meine damalige Deutsch-Lehrerin mir sagte, dass ich genau der Richtige für den Jugendrat wäre, habe ich mich beworben. Ich werde nie vergessen, wie aufgeregt ich auf der Wahlparty war", erinnert sich der Remscheider noch lebhaft. "Die Bekanntgabe der Gewinner begann bei Platz 20 und ich wurde von Platz zu Platz immer aufgeregter." Die Wahl gewann er damals mit über 300 Stimmen. Von seinen Ratskollegen wurde er danach zum Vorsitzenden gewählt. "Da wir erst der zweite Jugendrat waren, war eines der vorrangigsten Ziele, durch Öffentlichkeitsarbeit und vor allem durch Netzwerken, den Jugendrat bekannter zu machen und Kontakte zu knüpfen."

Neben dem Vorhaben, sich anderen politischen Gremien vorzustellen, war vor allem die Skateranlage im Lennepe-Bachtal ein großes Thema seiner Amtszeit. "Wir haben gezeigt - und das macht jeder Remscheider Jugendrat -, dass es sich lohnt, sich zu engagieren und dass man in der Politik wirklich mitgestalten kann. Außerdem ist es schön zu sehen, dass der Jugendrat eine Institution geworden ist, die nicht mehr wegzudenken ist - auch da haben wir sicherlich unseren Beitrag geleistet." Diese Zeit im Jugendrat sei für ihn sehr bereichernd gewesen: "Ich bin unglaublich gereift. Als Vorsitzender musste ich die Sitzungen immer leiten, was mir jegliche Angst davor genommen hat, vor Leuten zu sprechen. Außerdem habe ich gelernt, dass man nur gemeinsam ans Ziel kommt."

Seine erste und einzige Amtszeit endete mit der Volljährigkeit, für eine zweite Kandidatur war er zu alt. Doch Heidtmann hatte Gefallen an der Politik gefunden. "Nach dem Jugendrat war für mich schnell klar, dass es politisch weitergeht." Dafür schaute er sich bei den Parteien um. "Bei meiner Entscheidung, der CDU beizutreten, waren aber vor allem Personen dafür entscheidend, die mich bis heute prägen, beispielsweise die damalige Landtagsabgeordnete Elke Rühl und Thea Jüttner, langjährige Jugendhilfeausschussvorsitzende ."

Innerhalb der Union, zunächst in der Jugendorganisation, stieg Heidtmann, der Deutsch und Geschichte auf Lehramt an der Bergischen Universität in Wuppertal studierte, schnell auf. Nach zwei Jahren wurde er bereits zum Kreisvorsitzenden gewählt, bald darauf wurde er von der Jungen Union zum stellvertretenden Kreisvorsitzenden der CDU gewählt. "Bei den Kommunalwahlen 2014 bekam ich dann meinen ersten eigenen Wahlkreis und wurde in den Stadtrat gewählt." Daraufhin wählte ihn seine Fraktion zum stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden.

"Höhepunkt meiner jugendpolitischen Karriere war, als wir 2014 als Junge Union Unterschriften für den WDR 2-Tag in Remscheid sammelten. Damals glaubte uns keiner, dass wir es schaffen würden, das Finale nach Remscheid zu holen." Doch es klappte und die Seestadt auf dem Berge erlebte ein kleines Sommermärchen mit Stars wie Mando Diao und Christina Stürmer vor Tausenden Besuchern auf dem Schützenplatz. "Das hat gezeigt, was man mit dem richtigen Netzwerk alles bewegen kann."

Heute sitzt er nicht nur als Politiker im Stadtrat. Beruflich ist Mathias Heidtmann Referendar an der Nelson-Mandela-Sekundarschule und möchte seinem Heimatort auch politisch lange erhalten bleiben.

"Ich liebe meine Heimatstadt und habe nicht vor, wegzugehen. Auch deshalb brauchen wir einen starken Jugendrat und junge Menschen in der Politik, die Remscheid so gestalten, wie wir in Zukunft hier leben wollen", sagt er zu seiner Motivation.

Quelle: RP
 
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