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Remscheid
Stadion-Ersatz entsteht nur in Lennep

Remscheid: Stadion-Ersatz entsteht nur in Lennep
Der Lageplan zeigt im Norden das Oval des neuen Stadions. In der Mitte darunter ist das neue lange Stadiongebäude zu erkennen. Die Breitensportanlagen und das Kunstrasenfeld schließen sich unten an. FOTO: Planungsbüro Geo 3
Remscheid. Nach monatelangen Prüfungen entscheidet sich die Stadtspitze für die große Variante in Hackenberg. Von Henning Röser

Eine Woche vor Beginn der politischen Beratungen zur Änderung des Flächennutzungsplans für die Ansiedlung eines DOC in Lennep hat sich die Stadtspitze auf eine Lösung geeinigt, wie und wo Ersatz für die wegfallenden Sportanlangen am Röntgen-Stadion geschaffen wird.

Durchgesetzt hat sich nach monatelanger Hängepartie die Lösung, die der Rat schon im vergangenen Jahr beschlossen hat. Demnach sollen die insgesamt 10,6 Millionen Euro, die der DOC-Investor als Kaufpreis für das Stadion-Grundstück überweist, komplett in Lennep investiert werden. Am Hackenberg soll unter anderem ein Stadion mit überdachter Tribüne, ein neues Gebäude und eine Breitensportanlage entstehen.

Das von Vereinen und Politik gleichermaßen favorisierte Paket war von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) überraschend wieder aufgeschnürt worden. Anlass war der Wunsch des mittlerweile zurückgetretenen FCR-Präsidenten Michael Kleinbongartz, die Heimspiele der 1. Mannschaft des FC Remscheid lieber im Stadion Reinshagen auf Naturrasen auszutragen. Eine Idee, die dem OB sympathisch war, weil eine Sanierung des Stadions Reinshagen in der Zukunft mittelfristig sowieso auf der Agenda der Stadt steht. Klare Vorgabe dabei: Der Kostenrahmen darf dabei nicht überzogen werden.

Vor allem an dieser Vorgabe ist die Vision des OB dann offenbar am Ende gescheitert. Denn auch wenn man die geplante Anlage in Hackenberg deutlich abgespeckt hätte (unter anderem durch einen Verzicht auf das neue Stadion mit Tribüne) ergebe dieser Weg keinen "ausreichenden finanziellen Spielraum, um den zweiten Standort ausreichend zu ertüchtigen", heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt von gestern. Nach BM-Informationen war vor allem die Frage, wie ohne Stadion der Schallschutz in Lennep gewährleistet werden kann, ein wichtiger Punkt.

Dies hatte der Gutachter des Büros Geo 3 dem Sportausschuss bereits vor Wochen erklärt, doch die Zweifel in Teilen der Stadtspitze blieben, ob nicht doch noch eine Doppel-Lösung möglich ist, die keine Mehrkosten bedeutet,

Denn eines wurde in der Diskussion klar: Die Kosten für den auf jeden Fall nötigen zeitweisen Umzug des FCR nach Reinshagen während der Umbauphase in Hackenberg hatte die Stadt bis dahin nicht auf dem Zettel. Die Sanierung in Reinshagen könne nun nur auf Sparflamme erfolgen, machte die Stadtspitze gestern eine Konsequenz aus ihrer Entscheidung klar.

Mit der Entscheidung reagiert der OB auch auf den wachsenden Druck aus Politik und Sport. Die BV Lennep hatte sich zuletzt klar für die Hackenberg-Lösung ausgesprochen. Und auch der FC Remscheid hat sich unter dem neuen Präsidenten Ralf Flügge längst wieder vom Thema Reinshagen verabschiedet - man würde gerne im neuen Stadion in Hackenberg kicken.

Quelle: RP
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