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Remscheid
Stadt lehnt Karneval in Hackenberg ab

Remscheid: Stadt lehnt Karneval in Hackenberg ab
Karneval in der Sporthalle, wie hier in der Halle West - die Stadt hat der Lenneper Karnevalsgesellschaft für Hackenberg eine Absage erteilt. FOTO: NH (Archiv)
Remscheid. Ein Umbau sei zu teuer. Schulsport könne nicht ausweichen. LKG-Chef Gunther Brockmann zeigte sich verärgert. Der Stadt bescheinigte er insgesamt wenig Kreativität. Das letzte Wort haben die Politiker. Von Christian Peiseler und Henning Röser

Die Lenneper Karnevalsgesellschaft (LKG) kann ihre Feste in der fünften Jahreszeit nicht in die Sporthalle Hackenberg verlegen. Die Stadt hat ein entsprechendes Ansinnen nun in einer Vorlage für den Sportausschuss abgelehnt. Nachdem in diesem Jahr die Karnevalsparty im Festzelt wegen einer Unwetterwarnung ausgefallen war, suchte die LKG nach einem Standort, der unabhängig vom Wetter für ein solch großes Fest funktioniert.

Die Stadt begründet ihre Haltung mit zwei Argumenten. Aus Sicht der Brandschutzfachleute sei die Dreifachsporthalle nur für 882 Personen ausgelegt. Die LGK kalkuliert aber mit einer Besucherzahl von 1200 Menschen. Um diese zu erreichen, müssten Fluchtwege so ausgebaut werden, dass sie den gültigen Normen entsprechen. Die Kosten eines entsprechenden Umbaus von zwei tribünenseitigen Türen haben die Mitarbeiter des Gebäudemanagements auf 25.000 Euro beziffert. Als zweites Argument führt die Stadt das Votum der Vereine und der Schulen an. Bei einem Treffen am 27. April habe es zwar bei den betroffenen Vereinen ein grundsätzliches Verständnis für die LKG gegeben. Aber einige Vereine haben es als problematisch angesehen, besonders vor Wettkämpfen nicht trainieren zu können, heißt es in der Vorlage. Vor dem Hintergrund, dass es in den Sternen steht, wann die Dreifach-Halle des Röntgen-Gymnasiums fertiggestellt wird - ein Streit legt die Baustelle lahm - gebe es keine Möglichkeit für Schulen und Vereine, auszuweichen. Die Schulen könnten eine Verlegung nicht bewerkstelligen, heißt es in der Vorlage.

LKG-Chef Gunther Brockmann zeigte sich verärgert über das Verhalten der Stadt, bescheinigte ihr insgesamt wenig Kreativität. Er habe in den vergangenen Wochen den Eindruck gewonnen, dass vor allem "geschaut wird, was nicht geht", anstatt zu prüfen, wie man Lösungen findet. Die von der Stadt genannten Umbaukosten von 25.000 Euro für den Umbau von zwei Türen hält er für deutlich zu hoch angesetzt.

Am Ende wertet Brockmann die vergangenen dreieinhalb Wochen als verlorene Zeit bei der Vorbereitung der Karnevalsfestivitäten. Dass die Weiberfastnachtsparty wegen der großen Besucherzahl nicht in Hackenberg würde stattfinden können, hatte Brockmann als Option eingeplant. Ein Ausweichen ins Bürgerzentrum nach Wermelskirchen wurde als Alternative überlegt. Das gesamte närrische Geschehen in dieser Woche nicht mehr in Lennep zu haben, sei ein harter Schlag.

Sportdezernent Thomas Neuhaus sprach von einer "ernsthaften, nicht halbherzigen Prüfung", an deren Ende nun ein klares Ergebnis stünde. Ob sich die Sicht der Verwaltung auch in der politischen Beratung durchsetzt, ist noch offen. Die SPD-Fraktion hatte Beratungsbedarf signalisiert. Die Entscheidung wurde vertagt.

Quelle: RP
 
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