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Remscheid
Stadt rechnet Platz-Alternativen kaputt

Remscheid: Stadt rechnet Platz-Alternativen kaputt
Die Robert-Schumacher-Straße soll nach dem Willen der Stadt den Kirmesplatz als Festplatz ersetzen. FOTO: Jürgen Moll (Archiv)
Remscheid. Verwaltung sieht Robert-Schumacher-Straße als einzig möglichen Festplatz-Ersatz in Lennep. Von Henning Röser

Die Robert-Schumacher-Straße ist die ideale Ersatzfläche für die Brauchtumsfeste, die durch den Bau des DOC ihre Heimat verlieren werden. Die Ersatzvorschläge der Vereine im Industriegebiet an der Karlstraße oder auf einem Gelände der TBR am Talsperrenweg sind aus unterschiedlichen Gründen nicht umsetzbar. Das ist die Kernbotschaft des seit langem erwarteten Berichts der Verwaltung zur offenen Festplatz-Frage, die seit diesem Wochenende vorliegt.

In den Verhandlungen zwischen Verwaltung und Vereinen hatte es wie berichtet keine Einigung gegeben. Nun soll morgen die Politik entscheiden. Den Politikern der Bezirksvertretung Lennep gibt die Verwaltung eine klare Empfehlung für die Robert-Schumacher-Straße. Dort könnten bis auf Oster- und Martinsfeuer des Verkehrs- und Fördervereinns alle Feste stattfinden. Komme der Verkehrs- und Förderverein mit dem angebotenen Platz für sein Oktoberfest nicht aus (und das steht längst fest), könne er auf den Schützenplatz in der Innenstadt umziehen. Diese Fläche bietet die Stadt den Lennepern auch für mögliche Zirkusgastspiele an.

Gegen den Wunsch der Vereine, ihnen eine nicht verkaufte Fläche im Industriegebiet am Lenneper Bahnhof zu verpachten, sprechen aus Sicht der Stadt Sicherheitsbedenken. Die geordnete Evakuierung der Menschen in einem Notfall sei nicht gesichert, die Rettungswegsituation "völlig desolat." Die Feuerwehr müsste über Fußwege anfahren. Hinzu kommen aus Sicht der Stadt finanzielle Hürden. Im Haushalt würden Investitionsmittel von rund einer Million Euro fehlen, wenn man das Gelände nicht verkaufe.

Gegen die Herrichtung des Lagerplatzes der TBR als Festplatz führt die Stadt hohe Investionskosten ins Feld und Sicherheitsbedenken an. Auf den Vorschlag der Vereine, dort alternativ das Parkhaus zum DOC zu bauen und den Kirmesplatz dafür unangetastet zu lassen, geht die Stadt in ihrem Bericht gar nicht ein.

Wie gestern berichtet, kritisiert der Verkehrs- und Förderverein Lennep die Vorlage scharf. Vorsitzender Klaus Kreutzer erkennt darin einen "Fehdehandschuh", der nach Lennep geworfen wird. Dem schloss sich gestern Gunther Brockmann von der LKG an. Das Papier sei "völlig einseitig", sagte er der BM. Die Verwaltung stelle die Vorschläge der Vereine schlecht dar, um die Politik zu beeinflussen. Als Beispiel nannte er die Aussage, dass der Stadt eine Million Euro fehle, wenn sie die Karlstraße verpachte. Das sei falsch. Brockmann erwartet von der Politik, dass sie den Vorschlag der Verwaltung ablehnt. Er zeigte sich enttäuscht, dass die Fraktionen bislang die Vereine nicht kontaktiert hätten.

Quelle: RP
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