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Remscheid
Stadt schließt letzte Notunterkunft

Remscheid. Frühere Nutzer kehren in Schulräume und Sporthallen zurück. Übergangsheime werden weiter gebraucht.

Zum Ende des Monats schließt die Bezirksregierung Düsseldorf die letzte der drei Notunterkünfte für Flüchtlinge. Der Mietvertrag für die Terstegenstraße am Kremenholl wurde zum 31. Mai gekündigt, teilt die Stadt mit. Bereits zum 31. März diesen Jahres hatte das Land die beiden Notunterkünfte an der Leverkuser Straße und der Unterhölterfelderstraße aufgegeben.

Das ehemalige Schulgebäude, das Remscheid seit Oktober letzten Jahres für das Land NRW als Notunterkunft für maximal 250 Menschen bereit stellt, geht damit am 1. Juni an die Stadt zurück. Nach der Abwicklung der Gebäuderückgabe mit der Rückgabe von Einrichtungsgegenständen, möglichen Rückbauten und Renovierungen wird die Schule nach den Sommerferien wieder als Dependance des Berufskolleg Käthe-Kollwitz genutzt.

Kämmerer Sven Wiertz machte gestern im BM-Gespräch klar, dass damit das Kapitel Notunterkünfte aus Sicht der Stadt beendet sei. Sollte Remscheid künftig wieder im Rahmen von Amtshilfe für das Land Nordrhein-Westfalen flüchtige Menschen übergangsweise aufnehmen sollen, stehe hierfür keine Einrichtung mehr zur Verfügung. Das habe man der Bezirksregierung klar gemacht. Die Pestalozzi-Schule werde jetzt dafür hergerichtet, künftig die Schüler der Grundschule am Stadion in Lennep aufzunehmen. Die Schule soll dem DOC weichen.

In den Notunterkünften kehren nach und nach die alten Verhältnisse zurück. Die Sporthallen Karl-Kind-Schule (Lennep), ehemalige Pestalozzischule, und die Zweifach -Sporthalle Hölterfeld werden von den Schulen bereits wieder genutzt. Auch der Vereinssport soll hier wieder aktiv werden. In der ehemaligen Hauptschule Hölterfeld werden wieder VHS-Kurse stattfinden.

Von den rund 1.340 Flüchtlingen, die Remscheid aktuell fest zugewiesen sind und hier auf den Ausgang ihres Asylverfahrens warten, leben rund 300 Menschen in einer der fünf bestehenden Übergangsheime - das sind die Standorte Schwelmer Straße, Wülfingstraße, Klauser Delle 6, Klauser Delle 8 und Talsperrenweg. Für die Unterbringung der Flüchtlinge hat die Stadt außerdem rund 240 Wohnungen über das Stadtgebiet verteilt angemietet.

Seit April ist ein weiteres - sechstes - Übergangswohnheim fertig gestellt. In der Oberhölterfelder Straße 54 bis 56 können rund 130 Menschen in einer Wohnanlage mit 25 separaten Wohneinheiten für fest zugewiesene Flüchtlinge leben. Weil die Zuweisungszahlen in den vergangenen Wochen aber deutlich zurückgegangen sind, steht das Haus derzeit noch leer.

Die Verwaltung geht allerdings davon aus, dass dies sich nun ändern könnte. Die Flüchtlinge in den Notunterkünften des Landes wurden bislang mit den fest zugewiesenen verrechnet. Da diese Verrechnung nut wegfällt, rechnet Remscheid - auch wenn die Zahlen insgesamt sinken - wieder mit mehr festen Zuweisungen.

(hr)
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