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Remscheid
Stadt schließt Lücke im digitalen Netz

An diesen Orten entsteht die Zukunft NRWs
An diesen Orten entsteht die Zukunft NRWs FOTO: Bayer/Dirk Hansen
Remscheid. Bis Ende der Woche sind 175 Kilometer neue Glasfaserkabel verlegt. 55 200 Haushalte und 5430 Firmen sind versorgt. Von Michael Bosse

Die Deutsche Telekom gilt ja landläufig als "rosa Riese", doch dass sich auch so mancher Gigant mit den Anforderungen des Tagesgeschäfts nicht leicht tut, machte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz beim Treffen mit Geschäftsleuten im Rathaus gleich zum Auftakt deutlich. Der Bonner Konzern habe offenbar ein "Schnittstellenproblem", beschied das Stadtoberhaupt den anwesenden Telekom-Vertretern unverblümt. Als Beispiel diente ihm die Klage eines heimischen Unternehmens, das aus Remscheid wegziehen wollte, weil es keinen konkurrenzfähigen Internetanschluss von der Telekom gestellt bekommen konnte. Der OB führte daraufhin mehrere Gespräche mit der Telekom - unter anderem mit Konzernchef Timotheus Höttges. Mittlerweile konnte dem Betrieb geholfen werden, der Wegzug ist nicht mehr nötig.

Um Fälle wie diese künftig gar nicht erst akut werden zu lassen, hatte die Stadt ins Rathaus zur Diskussion über das Thema "Digitalisierung 4.0" geladen. "Das schnelle Internet ist für einen Industriestandort zwingend erforderlich", mahnte Mast-Weisz. Deshalb sei es wichtig, dass die Telekom den Unternehmen die modernste Technik zur Verfügung stelle und bei Notfällen zügig - mindestens innerhalb von 48 Stunden - auf die Anfragen der Unternehmen reagiere. Hier wünschte sich der OB eine bessere Erreichbarkeit und eine schnellere Reaktion des Telekommunikationsunternehmens.

Was die Technik angeht, konnte der Telekom-Vertriebsbeauftragte Stefan Mysliwitz schon mal den Anbruch der modernen Internetzeiten verkünden. Bis Ende der Woche werde der zweite und letzte Bauabschnitt zur Verlegung der modernen Glasfaserkabel in der Stadt abgeschlossen sein. Damit sei Remscheid "zu fast 100 Prozent" an das neue Netz angeschlossen, bis auf die "äußersten Randbereiche" könnte die Technik überall angeboten werden.

175 Kilometer neue Glasfaserkabel wurden verlegt, 55 200 Haushalte können damit versorgt werden, 5430 Firmen steht die Technik zur Verfügung. Insgesamt sei eine Summe im "zweistelligen Millionen-Bereich" investiert worden, erklärte Mysliwitz.

Mit den Glasfaserkabeln kann die sogenannte IP-Technik den Kunden angeboten, die Geschwindigkeit des Datenflusses auf bis zu 100 Mbit pro Sekunde gesteigert werden. Das hört sich verlockend an, ist in der Praxis aber offenbar nicht immer und auf Anhieb zu realisieren. So klagte ein Gewerbetreibender auf Nachfrage, dass es in seinem Unternehmen beim Anschluss an das neue Netz "klemmt". Ein anderer erklärte zwar, dass er schon an die neue Technik angeschlossen sei, räumte allerdings ein, dass den Anschluss ein "externer" Dienstleister vorgenommen habe. Der Mitarbeiter der Telekom konnte in dieser Frage zunächst nicht helfen.

Vertriebsbeauftragter Mysliwitz betonte, dass er als Ansprechpartner bei Problemen von den Unternehmen kontaktiert werden könne. Wie schnell dann eine Lösung gefunden wird, konnte der Telekom-Vertreter freilich nicht sagen. Die Thema sei eben "sehr komplex".

Quelle: RP
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