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Remscheid
Stadt: Spenden der Bürger für Flüchtlinge bleiben nicht im Lager

Remscheid: Stadt: Spenden der Bürger für Flüchtlinge bleiben nicht im Lager
Oberbürger Burkhard Mast-weisz im Gespräch mit Lüttringhauser Bürgern. Unter ihnen auch Stephan Jasper (l.) , früheres Ratsmitglied. FOTO: Singer
Remscheid. Beim Bürgerdialog des Oberbürgermeisters in Lüttringhausenwar das Thema Flüchtlingshilfe gestern gleich doppelt präsent. Von Cristina Segovia-Buendía

Mehrere Lüttringhauser brachten OB Burkhard Mast-Weisz gestern beim Bürgerdialog ihre Anliegen vor. Themen waren unter anderem Flüchtlinge und das Spendenlager an der Haddenbacher Straße, sowie Zukunftsfragen nach bezahlbarem Wohnraum im Stadtgebiet und der Neunutzung der alten Feuerwache.

Zwei engagierte Damen näherten sich als erste dem Stand des OBs: Sie seien seit mehreren Monaten ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit aktiv, erzählten sie. Die eine wollte sich für einen 40-jährigen Flüchtling aus dem syrischen Aleppo einsetzten: Seit Dezember lebte der Mann in einer Remscheider Notunterkunft, lernte fleißig Deutsch, half beim Catering in der Unterkunft mit. Vor wenigen Wochen aber wurde er einem Flüchtlingsheim in Dortmund zugewiesen. "Er hatte hier Kontakte geknüpft und ganz tolle Fortschritte gemacht. Er konnte schon besser sprechen als so manch anderer, der schon ein Jahr hier ist und war sehr engagiert", sagte die Frau. Sie bat Mast-Weisz darum, den Syrer wieder nach Remscheid zu verlegen: "Er wäre eine große Hilfe dabei, anderen bei der Integration zu helfen, weil er nicht nur Arabisch und Englisch spricht, sondern auch schon ziemlich gut Deutsch." Freundin Heike Krause kritisierte das Lager an der Haddenbacher Straße: "Es kann doch nicht sein, dass sich in dem Lager über 1000 Kartons mit Kleidung und Hygieneartikeln stapeln und nichts ausgeliefert wird."

Mast-Weisz, der diese Information nicht bestätigen konnte, informierte Sascha Hilverkus, zuständig für die Organisation des Spendenlagers, der am Nachmittag persönlich zu diesen Äußerungen Stellung nahm: Fakt sei, dass das Spendenlager zurzeit voll sei. "Wir haben tatsächlich ein Hochregallager, aber wir lagern die Sachen nicht absichtlich ein." Die Spendenbereitschaft der Remscheider sei höher gewesen als der Bedarf. "Und da wir zweckgebunden für die Notunterkünfte gesammelt hatten, können wir die Spenden jetzt nicht einfach woanders abgeben", sagte Hilverkus, der viel Wert darauf legt, transparent und verantwortungsvoll mit den Spenden umzugehen. "Jetzt wo die Notunterkünfte langsam aufgelöst werden, müssen wir schauen, dass wir die Sachen nach Bedarf anderen Einrichtungen zur Verfügung stellen."

Stephan Jasper, ehemaliges Ratsmitglied der Grünen, brachte gleich einen Stapel Themen mit, über die er mit dem OB sprach: Für die Neunutzung der alten Feuerwache gäbe es noch kein Konzept, antwortet der OB. Bezahlbarer Wohnraum sei in NRW zwar ein Thema, "in Remscheid ist es entspannt, weil wir noch relativ viel Leerstand haben", erklärte Mast-Weisz. Auch an besseren Zugverbindungen von Remscheid nach Düsseldorf und Köln, die Jasper anmahnte, "sind wir dran", sagte Mast-Weisz.

Quelle: RP
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