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Remscheid
Stadt will Hilfe für Obdachlose neu ausrichten

Remscheid: Stadt will Hilfe für Obdachlose neu ausrichten
FOTO: Moll
Remscheid. Verhindern, dass Menschen ihre Wohnung verlieren, Obdachlosen wirksame Hilfe anbieten - auf diesem Feld hat Remscheid in den vergangenen 15 Jahren sehr gute Arbeit geleistet. Als eine der ersten Städte in NRW entwickelte Remscheid zum Jahrtausendwechsel ein Gesamthilfesystem, in dem Stadt und Wohlfahrtsverbände kooperieren. Von Henning Röser

Dieses System stößt aber mittlerweile an seine Grenzen und soll nun überarbeitet werden. Wenn der Rat am 14. Dezember zustimmt, wird die Stadt am Aktionsprogramm des Landes "Hilfe in Wohnungsnotfällen teilnehmen". Mit 3000 Euro ist der Eigenanteil gering.

"Wir beobachten, dass sich der Wohnungsmarkt verändert", sagt Sozialdezernent Thomas Neuhaus. Seine Mitarbeiter tun sich schwerer, bei Vermietern Wohnungen für Menschen zu finden, die von Obdachlosigkeit bedroht sind, etwa weil sie ein Alkoholproblem oder Schulden haben. "Die Entschlossenheit, Mietverhältnisse wegen Mietschulden zu beenden, steigt deutlich an", heißt es in dem Bericht für den Rat. Viele dieser Menschen haben schon keine eigene Wohnung mehr. Sie kommen mal bei Freunden oder Verwandten unter, oder übernachten in der von der Caritas betriebenen Notschlafstelle an der Schüttendelle. Doch von diesem "Unterkunftmodell" will die Stadt langfristig weg, weil es von einer Notlösung für den Übergang für manche Menschen immer mehr zur Dauerlösung zu werden droht. Ziel ist es, die Menschen wieder in eine eigene Wohnung zu bekommen, wo sie dann betreut werden.

Lange war preiswerter Wohnraum in Remscheid ausreichend vorhanden, doch die Flüchtlingswelle und die vermehrte Zuwanderung aus EU-Staaten wie Bulgarien, aber auch aus Spanien, Italien und verstärkt auch aus der Türkei sorgen für Konkurrenz in diesem Feld. Noch sei die Lage nicht dramatisch, sagt Neuhaus, aber es sei ein guter Zeitpunkt, um aktiv zu werden.

Wunschpartner dabei ist die Gesellschaft für innovative Sozialforschung und Sozialplanung (GISS) mit Sitz in Bremen. Die hat Remscheid zwischen 1999 und 2020 schon bei der Entwicklung ihres ersten Konzepts begleitet.

Quelle: RP
 
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