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Israel-Reise
Beeindruckende Abendmahlfeier auf dem See Genezareth

Remscheid. Eine Reise ins Heilige Land wird den Teilnehmern der durch Pfarrer Hans-Jürgen Roth geführten Exkursion wohl unvergessen bleiben. Denn ein klarer Fokus lag für die ökumenische Gruppe aus Remscheid auf dem Besuch historischer und biblischer Stätten.

"Diese Gegend hier ist geschichtsträchtig und Bibellesern wohlbekannt", fasst Dr. Hans Ritzenhoff seine Eindrücke von Israel zusammen. Mit Blick auf den See Genezareth las Pfarrer Roth aus dem Matthäus-Evangelium vor, auch in Kapernaum, der Stadt der wundersamen Brotvermehrung, wurde Bezug zu den Überlieferungen aus der Bibel genommen.

Doch auch die jüngere, schmerzvolle deutsch-jüdische Geschichte spielte bei der Reise eine Rolle. "Im Namen von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz konnte ich gemeinsam mit unserer Gruppe im ´Jüdisch-Arabischen Kulturzentrum` in Haifa dem Remscheider Juden Peter Ron ein Geschenk der Stadt überreichen", erzählt Hans-Jürgen Roth. Ron erlebte die Reichspogromnacht im Jahr 1938 als Elfjähriger in seinem Elternhaus in der Martin-Luther-Straße. Als im Jahr 2006 für ihn und seine Angehörigen zum Gedenken die "Stolpersteine" gelegt wurden, war er in Remscheid und im Rathaus zu Gast. "Wir durften mit ihm knapp zwei Stunden zusammen sein, und er war tief bewegt über die Begegnung", beschreibt Roth das Zusammensein mit dem Zeitzeugen des Holocaust.

Eines der tiefgreifendsten Erlebnisse der Reise war für die überwiegend aus Remscheid stammenden Christen die Abendmahlfeier, die auf einem kleinen Boot wiederum auf dem See Genezareth stattfand. Auf einigen derben Schiffsmatten wurde der Altar bereitet und mit weißen Tüchern, einer Kerze, einem Weinglas als Kelch und mit gekauften Brotfladen gedeckt. Während Israel der Reisegruppe als modernes Land und Teil der westlichen Welt begegnete, gab es bei dem zweitägigen Abstecher nach Jordanien ganz andere Eindrücke: Gleich hinter der Grenze habe sie der Orient geradezu überfallen, erinnert sich Hans Ritzenhoff. Viele baufällige "ungeordnete" Häuser, quirlige Menschenmengen und Chaos auf den rumpeligen Straßen ließen das Gefühl aufkommen, auf einer Fernreise zu sein. Die berühmte Felsenstadt Petra erreichte man frühzeitig, noch bevor der Touristenstrom sich einstellte. Allerdings musste Reiseleiter Roth die Visite eher als geplant abbrechen, gab es doch eine Regenwarnung. Später stellte sich heraus, dass die Wassermassen die Schluchten überspült hatten. Somit hatte die Gruppe Glück, dort nicht in Gefahr geraten zu sein.

Das gilt auch für den Abreisetag. Die strengen Sicherheitsvorkehrungen mit rund zweistündigen Kontrollen erlebten die Touristen am Flughafen in Tel Aviv. Beinahe zeitgleich gab es in der Region von Jerusalem und auch in Tel Aviv zwei Bombenattentate.

"Welch ein Kontrast zu unserer Reise, die wir so friedlich erleben durften. Gott sei Dank erfuhren wir erst bei der Landung von diesem Unglück", erzählt Pfarrer Roth, der den Reisenden kompetent und akribisch vorbereitet einmalige Erfahrungen beschert hat und die Gruppe wohlbehalten wieder nach Remscheid brachte.

Stefanie Bona

Quelle: RP
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