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Café Am Hasenberg Eröffnet
Gefühl der Nachbarschaft wie früher

Remscheid. Es gibt wieder Leben in der Cafeteria der Seniorenwohnanlage am Schneppendahler Weg. Nachdem die Räume ein Jahr lang leer standen, wurde gestern mit vielen Bewohnern und Gästen die offizielle Wiederöffnung gefeiert.

Federführend für den Betrieb des "Cafés am Hasenberg" ist das Augusta-Hardt-Heim (AHH). "Wir wollen einen Treffpunkt entwickeln, bei dem sich die Menschen weit über das Essen hinaus treffen und kreativ werden können", sagt AHH-Geschäftsführer Bernd Steinhoff. Von Montag bis Freitag gibt es abwechselnd Frühstück, Mittagstisch oder Kaffee und Kuchen. Die Lücken dazwischen sollen mit Ideen der Mieter gefüllt werden, zum Beispiel mit einer Nähwerkstatt oder einem Literatur-Club.

"Es soll ein Nachbarschaftsgefühl entstehen, wie man das noch von früher kennt. Ein Ort für Begegnung, bei dem die Herkunft keine Rolle spielt", betont Steinhoff, der sich über den gelungen Auftakt mit vollem Haus bei Musik von Frank Daub, Kaffee und Kuchen sowie Grillwürstchen freute. Der Anstoß für die Übernahme des Café kam unter anderem von den Bewohnern selbst. Deren Mut, an die Öffentlichkeit zu gehen und für den Erhalt zu kämpfen, habe Steinhoff beeindruckt. Außerdem sei das Ergebnis der Umfrage aus dem Projekt "Inklusives Quatier Hasenberg" ein weiterer Grund gewesen. "Das ist jetzt wieder ideal. Wir freuen uns sehr darüber", sagt Renate Fleschenberg (73), die unter anderem zusammen mit Marianne Frese (73) für das Café gekämpft hat. Zwischen der Diakonie und den Mietern kam es zu Unstimmigkeiten, nachdem die Hastener Altenhilfe das Angebot in der Cafeteria eingestellt und die Diakonie von den Bewohnern beispielsweise für Spielenachmittage Eintrittsgelder verlangte. "Wir freuen uns wirklich, dass es so gut angelaufen ist und hoffen, dass das Haus das Angebot auch annimmt", ergänzt Frese. Bilder der Künstlerin Pamela Puga, einige Dekoartikel sowie eine Sesselecke sorgen jetzt für einen heimeligen Charakter. Getränke und Speisen gibt es für kleines Geld. Drei Mitarbeiterinnen des AHH stehen für Fragen und Anregungen zur Verfügung. Klienten des AHH helfen bei Zubereitung und Verkauf. "Manche Leute sind sehr einsam hier. Ich wünsche mir, dass sie sich hier Gespräche suchen und finden" sagt Rosa-Patricia Gutiérrez-Keil (55), die ebenfalls in der Anlage wohnt und vom AHH betreut wird. Sie ist vom Konzept des neuen Cafés überzeugt, das die Inklusion in den Fokus rückt und Patienten die Chance gibt, zu zeigen, dass sie auch etwas leisten können.

Anna Mazzalupi

Quelle: RP
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