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Sophie-Scholl-Gesamtschule
Im Schützengraben auf der Spuren des Ersten Weltkrieges

Remscheid. Drei Tage führten die Schülerinnen und Schüler an den Erster Weltkrieg heran. Drei Tage erlebten sie Geschichte einmal ganz anders. Zum 100-jährigen Jubiläum der Schlacht um Verdun besuchten die Schülerinnen und Schüler des Abiturjahrgangs 2016 der Sophie-Scholl-Gesamtschule diesen Kriegsschauplatz in Frankreich.

Am ersten Tag besuchten sie das Museum auf dem Schlachtfeld, das Mémorial de Verdun. In diesem Museum konnten sie sich einen ersten Eindruck von den Ereignissen machen, die dort vor hundert Jahren geschehen waren. Dort sind die Uniformen, Waffen und spezielle Granaten ausgestellt, die damals dort an der Front eingesetzt wurden. Neben ihrem historischen Wert zeigten sie aber auch die Grausamkeit und Hässlichkeit dieses Krieges. Zitate aus Briefen und Tagebüchern von deutschen und französischen Soldaten, die die Sehnsüchte aber auch Ängste der Männer widerspiegeln, die in den Gräben an der Front kämpften, machten ihnen beklemmend deutlich, wie die Realität des Krieges wirklich aussah. Am zweiten Tag besichtigten sie das Fort Vaux, das neben dem Fort Douaument das Hauptkriegsziel der deutschen Armee in dieser Schlacht darstellte. Fort Vaux wurde im Jahre 1916 heftig umkämpft. Einschusslöcher an den Außenwänden, sowie Barrikaden im Innern des Forts machten dies besonders deutlich. Auch waren die Schülerinnen und Schüler entsetzt über die hygienischen Verhältnisse, die damals in dem Fort geherrscht haben müssen.

Vor dem Fort fanden die Remscheider dann noch Patronenhülsen, sowie Granatsplitter und Metallreste im Boden. Am letzten Tag besuchten sie den But de Vauquois. Auf diesem Hügel fand ein mörderischer Minenkrieg zwischen den Deutsch und den Franzosen statt. Dort zeigten sich das unbeschreibliche, zerstörerische Ausmaß des Ersten Weltkrieges. Die Besucher fanden eine Mondlandschaft vor, die durch unglaubliche Explosionen entstanden war. Über sechzig Tonnen Sprengstoff hatten an einem Tag 108 französische Soldaten in den Tod gerissen. Das Dorf, das auf dem Hügel bei Vauquois gestanden hatte, wurde in diesem Minenkrieg komplett weggesprengt. Es existiert nicht mehr. Die riesengroßen Krater, die durch die Sprengungen entstanden waren, hinterließen einen mächtigen Eindruck bei den jungen Schülern aus Remscheid. Auch konnte man noch einige restaurierte Schützengräben aufsuchen, um sich in die Situation der Soldaten hinein versetzten zu können. Franzosen und Deutsche lagen sich so nahe gegenüber, dass sie sich sogar mit Steinen hätten bewerfen können. Abends wurde das Erlebte nochmal zusammen beim gemütlichen Grillen auf dem Campingplatz besprochen und reflektiert. Drei eindrucksvolle aber auch bewegende Tage, die vermutlich keiner so schnell vergessen wird, waren zu Ende.

(BM)
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