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Teo Otto Theater
Junge Helfer hinter den Kulissen

Remscheid. Regelmäßigen Besuchern des Teo Otto Theaters sind sie schon aufgefallen: Vor jeder Vorstellung sind im Foyer des Remscheider Theates zwischen drei und sieben junge Frauen und Männer unterwegs, ausnahmslos schick angezogen, lächelnd und mit Namensschildchen am Revers. Es sind die Helfer hinter den Kulissen, die dafür sorgen, dass die Theaterbesucher schnellstmöglich zu ihren Sitzen kommen und zuvor, vor allem im Winter, noch ihre Garderobe loswerden können. Denn schließlich gehört so ein reibungsloser Ablauf im Vorfeld zum gelungen Theaterbesuch dazu - ganz egal, ob die Gäste nun zum Musical kommen, zum Sprechtheater oder zur Tanzvorführung, zum Klangkosmos - den es ja leider in der kommenden Spielzeit nicht mehr geben wird -, zur Oper oder zum Philharmonischen Konzert der Bergischen Symphoniker. Aufmerksame Besucher haben auch mitbekommen, dass die jungen Frauen und Männer durchwechseln. Wer verbirgt sich eigentlich dahinter? Die BM hat mit einigen von ihnen vor dem letzten Philharmonischen Konzert dieser Spielzeit gesprochen.

Es ist einer der ersten richtig sommerlich warmen Abende dieses Jahres, als sich Sophie Menze, Lukas Dietz, Julia Köhler, Michelle Schynawa, Janet Drobek, Doron Geiler und Jana Boucke nach und nach im Foyer des Theaters einfinden. Noch ist außer den Servicekräften des Theatercafés sowie Torsten Loers von der Hausverwaltung kein Mensch im Theater. Denn jetzt wird vorbereitet: "Flyer auffüllen, Garderobe, Programme herrichten und dann verkaufen", zählt Sophie Menze auf. Die 22-jährige Remscheiderin studiert in Wuppertal Sport und Biologie auf Lehramt. Die jungen Helfer sind allesamt für die jeweilige Spielzeit angestellt und werden dann für die Sommerpause wieder entlassen, ehe sie erneut eingestellt werden, erzählt die junge Frau. "Man muss aber schon einen ziemlichen Bock schießen, damit man nicht wieder anfangen kann", fügt ihre 19-jährige Kollegin Julia Köhler lachend hinzu. Die Remscheiderin macht ein duales Studium zur Industriekauffrau - deswegen wird sie in der nächsten Spielzeit nicht mehr im Theater arbeiten: "Ich habe keine Zeit mehr dafür - und verdiene im dualen Studium ja auch schon", erklärt sie. Im Mitarbeiterpool überwiegen die Frauen, es sind etwa zwei Drittel, sagt Köhler weiter. Es ist ein Job, bei dem man zu 99 Prozent freundliche Gesichter zu sehen bekommt, sagt Menze: "Doch, die Leute sind glücklich, wenn sie in die Vorstellung gehen und auch dann, wenn sie wieder herauskommen - Ärger gibt's nur, wenn es mal Probleme mit der Garderobe gibt. Aber das kommt nicht so oft vor." Die Helfer können jeden Monat eintragen, wann sie Dienst haben möchten. "Rund 70 Tage pro Jahr können da zusammenkommen, das ist dann schon ein recht guter Nebenjob", sagt Köhler. Und einer mit großem kulturellen Bonus, fügt Menze an: "Wenn ein Plätzchen frei ist, können wir die Veranstaltungen natürlich auch ansehen. Und ab und zu kann man auch mit den Künstlern ein paar Worte wechseln, das ist schon sehr interessant." Eine Lieblingsveranstaltung hat die 22-Jährige auch: "Der Kall nit Talk mit Horst Kläuser ist immer richtig toll." Der beliebte Talk stehe und falle zwar mit den Gästen, sagt Menze, aber die Veranstaltungen, die sie bislang mitbekommen habe, seien immer sehr gut gewesen. Und dann gibt es ja noch das Sahnehäubchen auf dem Job, wie Köhler und Menze lachend sagen: "Das Verteilen der Rosen an die Künstler ist immer wieder ein schöner Moment!"

Wolfgang Weitzdörfer

Quelle: RP
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