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Carrera-Bahn Im Keller
Rennfieber wie an Boxen der Formel 1

Remscheid. 20 Teilnehmer gingen mit ihren Rennwagen auf die Strecke. Um 15.30 Uhr startete der erste gewertete Lauf zum "Stallony.com Carrera Lion Cup". Mit Modellfahrzeugen im Maßstab 1:32 ging es auf die über 30 Meter lange Rennstrecke im Keller des Geschäfts von Volker Stallony an der Freiheitsstraße. Das war keine Spielwiese für groß gebliebene Kinder, das war ein Stück Rennsport im Kleinen. Es waren jede Menge Fahrerfahrung und viel Gefühl im Daumen gefragt, um die kleinen Flitzer nicht aus der Kurve schleudern zu lassen. Der Spaß kam aber auch nicht zu kurz. Bis zum 5. Dezember werden im Abstand von zwei Wochen hier weitere gewertete Rennen gefahren. Erst dann wird der Gesamtsieger feststehen und den Pokal mit nach Hause nehmen. In zwei Klassen gingen die Fahrer an den Start. Die DTM-Klasse, die Klasse der Fortgeschrittenen, fuhr mit Autos, die ohne Haftungsmagnet ihre Runden drehten. Der vermutete Nachteil entpuppte sich als fahrtechnischer Vorteil. Ohne den zusätzlichen Halt am Wagenboden konnten die Fahrzeuge wie im echten Leben durch die Kurven driften. Die Profis fuhren dadurch auch vorsichtiger. Jede Hilfe der Streckenposten, den geschleuderten oder umgekippten Wagen wieder auf die Bahn zu setzen, kostete wertvolle Sekunden. Also: Eile mit Weile. Immerhin schafft ein echter Fahrkünstler die 32 Meter in rund sieben Sekunden; das sind grob gerechnet 16 Kilometer pro Stunde. Unfälle und Zusammenstöße blieben, anders als im richtigen Leben, ohne Folgen für Auto und Fahrer. Jennifer Zöllner (39) ist der Beweis, dass es sich bei diesem Sport nicht um eine reine Männerdomäne handelte. Vor vier Monaten stellte sich für ihren Mann und sie die Frage, ob sie sich für Zuhause eine Carrera-Bahn zulegen sollten. "Ich habe mich durchgesetzt", erklärte Jennifer. Eine 30-Meter-Rennstrecke haben die Radevormwalder zuhause stehen. Bei der Suche nach professioneller Hilfe, Rat, Service und Ersatzteilen waren sie auf Volker Stallony gestoßen. Immerhin schaffte sie die Stallony-Strecke mit ihrem Porsche Haribo schon in Zeiten zwischen 7,9 und 8,5 Sekunden. Vor zwei Wochen setzte sie sich vor die männliche Konkurrenz und siegte. Eine Rennsoftware half den Organisatoren, die exakte Auswertung der gefahrenen Runden, Rundenzeiten und den Sieger zu ermitteln. Insgesamt dreimal durften die Fahrer auf die Strecke. Die beiden besten Zeiten wurden gewertet. Da waren jede Menge Aufmerksamkeit und Konzentration nötig. Wie beim richtigen Rennen mussten die Fahrer schnell reagieren , als die Startampel viermal Grün zeigte.

Michael Möller

Quelle: RP
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