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Remscheid
Staunen über Bökerbau

Remscheid: Staunen über Bökerbau
Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (v.l.) , Minister Michael Groschek und Geschäftsführer Francisco Carlon unterhalten sich über die Geschichte des Industriedenkmals, den Bökerbau an der Weststraße. FOTO: Nico Hertgen
Remscheid. Am Sonntag, dem diesjährigen Tag des Denkmals, besichtigte Michael Groschek, NRW-Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr, eine Reihe von Denkmälern im Bergischen Land. Er startete morgens mit dem "Bökerbau" in der Weststraße. Von Bernd Geisler

Dieses imposante Gebäude wurde 1940 erbaut und befand sich ehemals im Besitz der Bergischen Stahl-Industrie. Seit dem Jahre 2013 steht es unter Denkmalschutz. Der Bau ist auf jeden Fall von außen eine Schönheit - geprägt von einer besonderen Fassade aus dunklem Klinker mit regelmäßigen Fensterachsen und in Natursteinquader gehaltenen Gebäudeecken.

Groschek zeigte sich beeindruckt. Nicht nur die überwältigende imposante Größe dieses L-förmigen Denkmals - drei Stockwerke auf einer Grundfläche von 4418 Quadratmetern mit einer Lager-/Produktionsfläche von 9309 Quadratmetern - ließen den Minister staunen. Besonders das Engagement des jetzigen Eigners Arnz Flott Werkzeugmaschinen imponierte ihn.

Im Jahre 2013 wurde der Bökerbau zum denkmalgeschützten Industriegebäude und wechselte den Besitzer. Davor hatte er vier Jahre lang leer gestanden. Flott Geschäftsführer Francisco Carlon erläuterte dem Minister im Beisein von OB Burkhard Mast-Wesz und der Fachfrau der Stadt, Angela Koch, seine Motivation, sich auf das Wagnis einzulassen, ein Denkmal solcher Dimension mit allen seinen Rahmenbedingungen zu übernehmen und der industriemäßigen Nutzung wieder zuzuführen.

Carlon sieht sich verpflichtet, in der Tradition des Remscheider Unternehmens zur Innovation. Flott wurde 1854 gegründet. "Ich habe 1977 hier als Azubi angefangen", sagte er. Das alleine sei bereits ein gewichtiger Grund.

Aber Flott brauchte auch dringend mehr Fläche für Lager und Logistik: Ein Problem, mit dem Remscheider Unternehmer aufgrund der besonderen Lage Remscheids stets zu kämpfen hatten. Sie lösten es, in dem sie in die Höhe bauten. Im Bökerbau mussten extra große Löcher zwischen Etagen offen gehalten werden, durch die Kräne schwere Maschinenteile nach oben hievten.

In die unterste Halle konnten Eisenbahnwaggons hineinfahren. Sie wurden mittels eines Drehkreuzes rangiert. "Die lebendige Geschichte, die hier praktiziert wird, ist Grund genug, den Tag des Denkmals zu veranstalten", sagte der Minister.

So, wie das in Remscheid praktiziert werde, könne man sich das vorher gar nicht ausdenken. Es sei ein Musterbeispiel fürs Lehrbuch: Wie ein Industriedenkmal funktional genutzt werden könne und das Stadtbild weiter präge und trotzdem eine Ikone der Geschichte bleibe, die Menschen Arbeit gebe. Es sollten so viele Menschen wie möglich nach Remscheid kommen und sehen, wie Industriegeschichte lebendig werde.

Quelle: RP
 
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