| 00.00 Uhr

Remscheid
Steffenshammer lebt durch den Verein

Remscheid: Steffenshammer lebt durch den Verein
Gute Laune herrschte beim Hammerfest im Gelpetal. FOTO: Nico Hertgen
Remscheid. 7000 Besucher, 100 Führungen und über 50 Sponsoren - das Engagement des Fördervereins trägt Früchte. Von Hagen Thiele

Wenn man den Steffenshammer betritt, ist das fast wie eine Zeitreise in eine vergangene Epoche, als nahe des Gelpetals noch täglich der Amboss erklang. Zahlreiche Besucher strömten am Wochenende zum bereits siebten Hammerfest an den geschichtsträchtigen Hammer, um einen Einblick in historische Schmiedetechniken zu erhalten und bei leckerem Essen und Musik eine gute Zeit zu genießen.

Als besondere Neuheit konnte der Verein mit einem funktionsfähigen Modell des Ehlishammers aufwarten. "Das sollte schon weggeworfen werden, wir haben es aber sehr gerne übernommen", sagte Fritz Halbach vom Förderverein für historische Schmiedetechnik am Steffenshammer. Auf die Weise wolle man den Besuchern immer etwas Neues bieten. Der Miniaturhammer, der sich auf Knopfdruck in Bewegung versetzen lässt, zog auch gleich die ersten Blicke auf sich.

"Wir möchten der Nachwelt zeigen, wie man früher geschmiedet hat", sagte Hermann Schneider aus dem Vorstand des Vereins. Dafür setzt man auf fähige Schmiedemeister wie Oliver Durm, der extra aus dem Moselgebiet angereist war, und den Kinderschmied Reinhold Krehenbrink. "Es ist faszinierend, was man mit etwas Kreativität aus dem Metall alles formen kann", erklärte Durm die Leidenschaft für seinen Beruf. Diese gab er auch an die Kinder weiter und schmiedete mit ihnen. "Wir wollen, dass die Kinder einen Eindruck von der Arbeit mit dem Feuer bekommen", erklärte Halbach.

Einen gewichtigen Eindruck hinterließ auch die Arbeit im Inneren des Hammers. Dort konnten die kleinen Besucher ein - wie die Vereinsmitglieder es scherzhaft nennen - Nutella-Messer unter der Wucht des schweren Schmiedehammers formen lassen. Da machte der fünfjährige Lucas große Augen und es verschlug ihm glatt die Sprache. "Er ist wohl etwas eingeschüchtert von der Maschine", meinte seine Mutter Susanne Roth aus Wuppertal. Nach einer kleinen Eingewöhnungsphase hörte der Fünfjährige dann aber doch gerne den Erzählungen der Vereinsmitglieder zu. Dass die Arbeit des Vereins Früchte trägt zeigt sich mit Blick auf einige Zahlen. Zwischen 6000 und 7000 Besucher erkunden den Hammer im Jahr, die meisten bei einer der über 100 Führungen. Der Besuch scheint zudem Eindruck zu hinterlassen. Die Mitgliederzahlen steigen zwar langsam, dafür aber stetig. Aktuell liegen sie bei 170. Zudem unterstützen über 50 Firmen, die sich mit Schmiedetechnik identifizieren können, die Arbeit des Vereins.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Remscheid: Steffenshammer lebt durch den Verein


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.