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Remscheid
Steg erinnert an SPD-Sozialpolitikerin

Remscheid: Steg erinnert an SPD-Sozialpolitikerin
Der Nordsteg am Hauptbahnhof wurde gestern Nachmittag offiziell auf den Namen Else-Treichel-Steg getauft. FOTO: jürgen Moll
Remscheid. Seit gestern heißt die Brücke am Bahnhof Else-Treichel-Steg. Als erste Frau führte sie die SPD-Ratsfraktion. Von Cristina Segovia-Buendía

Der Nordsteg am Hauptbahnhof wurde gestern Nachmittag offiziell auf den Namen Else-Treichel-Steg getauft. Das wichtige Verbindungsstück zwischen der Innenstadt und dem Hauptbahnhof soll an die langjährige Remscheider SPD-Stadtverordnete erinnern, welche sich besonders stark in der Politik der Nachkriegsjahre engagierte.

Über vier Jahre hat es gedauert, bis der Antrag der Ratsfraktionen von SPD, FDP und Grünen für die Widmung des Nordsteges umgesetzt wurde. Gestern Nachmittag dann enthüllte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz gemeinsam mit Bezirksbürgermeister Otto Mähler (beide SPD) offiziell das neue Schild, das künftig an die starke Remscheiderin erinnern soll.

"Ein bedeutender Steg", sagte Mast-Weisz in seiner Rede. Er stehe an einem Ort, an dem in den nächsten Jahren mit dem Bau des Kinos und der Errichtung des Berufskollegs viel passieren werde.

Doch wer war Else Treichel? "Als ich den Namen zum ersten Mal hörte, sagte er mir nichts", gestand Mähler, der daraufhin ihre Biografie studierte. Er entdeckte bei der Lektüre eine wichtige Remscheider Persönlichkeit der Nachkriegsjahre.

Else Treichel war Mitbegründerin der Remscheider SPD in 1945, sie war erste weibliche Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion von 1969 und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes am Bande. "Es ist schon bemerkenswert, was diese Frau in diesen frühen Jahren schon für politische Aufgaben übernahm", sagte Mähler bei seiner Ansprache.

Geboren am 29. Juni 1912, gestorben am 31. Juli 1987, wuchs sie als Tochter einer Remscheider Arbeiterfamilie auf, erlebte beide Weltkriege mit. Im 2. Weltkrieg verlor sie ihre achtjährige Tochter bei einem Bombenangriff. Nach dem Krieg half sie beim Wiederaufbau der demokratischen Strukturen mit. Für die SPD saß sie von November 1952 bis Januar 1972 im Stadtrat. Kommunalpolitisch lagen ihre Schwerpunkte im Sozial- und Gesundheitswesen.

Als langjährige Vorsitzende des Krankenhausausschusses arbeitete sie beispielsweise an der Etablierung eines neuen Krankenhausstandorts in Lennep mit, saß lange Jahre im Verwaltungsrat der Stadtsparkasse und im Aufsichtsrat der Verkehrsbetriebe.

Für ihre Verdienste wurde ihr 1964 die Bürgermedaille in Gold und 1974 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. 1973 trat sie krankheitsbedingt von ihren politischen Ämtern zurück und verstarb am 31. Juli 1987.

Quelle: RP
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