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Remscheid
Steinerne Wasserspiele für Villa Kunterbunt

Remscheid. Steinmetz und Künstler Thomas Hundhausen ließ die Kita-Kinder an seiner Arbeit teilhaben. Von Bernd Geisler

Was macht mehr Spaß? Eine Kugel zu beobachten, die in verschlungenen, in Stein gehauene Bahnen durch einen Kalksandsteinblock rollt und schließlich unten herauskommt? Oder den Fünf- und Sechsjährigen zuzusehen, die mit wachsender Begeisterung und anschwellender Lautstärke immer wieder die Kugel auf dem Stein ins Rollen bringen? Wer den Steinmetz und Künstler Thomas Hundhausen bei seiner Arbeit zusieht, der spürt, dass er sich nicht entscheiden kann. Er hat dieses "Kinderspiel" entworfen und in Stein gemeißelt.

Das Kinderspiel soll später zum "Wasserspiel" werden. Dann, wenn es in der Kindertageseinrichtung Villa Kunterbunt draußen in einer ersten Stufe Ende Frühling/Anfang Sommer installiert sein wird: Ein Block wird nach Wasseranschluss zum "Quellenstein". Auf den "Murmelbahnen" fließt dann das Wasser. Und die "Murmelkinder" wissen, welche Bahnen es auf dem Stein und durch den Stein benutzt.

"Es ist für unsere Kinder nicht einfach nur ein Spiel mit Stein und Wasser", sagt die Leiterin der Villa Kunterbunt, Ingrid Rosiejka. Die Kleinen lernten "über das eigene Tun" spielerisch den Umgang mit den vier grundlegenden Elementen. Drinnen im Haus mit Feuer und Licht, draußen mit Erde oder Stein sowie mit Wasser. So erfahren sie als ihre Umwelt, die nicht einfach nur da sei. Sie lernten, dass man sie gestalten könne. Hundhausen habe den Stein bearbeitet: Mit Ritzen und Rillen versehen, Strukturen auf dem Stein und im Stein geschaffen. Stein bleibt Stein, aber im Garten der Villa Kunterbunt werde Wasser gleichsam aus dem Stein fließen. So werde die Umwelt kostbar, sie gerate auch in Bewegung und die Kinder können das erfahren.

Ob die Fünf- und Sechsjährigen das alles so schön strukturiert mitbekommen? Natürlich nicht. Aber sie fühlen die raue Oberfläche des Steins, auch, dass manche Risse und Ritzen scharfkantig sind, und - wenn Hundhausen Marmorbrocken verwendet - dass Stein auch spiegelglatt sein kann. Deswegen lässt der Künstler sie auch mal mit seiner Hilfe einen Spitzmeißel in die Hand nehmen und (mit dem geführten Hammer) damit auf den Stein schlagen. Dann springen Splitter weg und die Kinder spüren intuitiv, dass es dem Stein auch gefallen muss. Die sechsjährige Hanna ist ganz bei der Sache - seien es die kullernden Murmeln oder der spitze Meißel. Macht es Spaß? "Ja." Und warum? "Weil es Spaß macht." Erzieherin Julia Kersten bekommt Hammer und Spitzmeißel auch mal in die Hand. Wie die Kleinen, so die Großen. Auch sie scheint in dieser ersten Art der Begegnung zwischen lebendigem Menschen und steinerner Masse Neues zu entdecken. Thomas Hundhausen kann dieses Gefühl nachvollziehen. Er liebt Stein: "Bei Steinen bin ich das Kind."

Quelle: RP
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