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Remscheid
Steiniger Weg bis zur Kooperation

Remscheid: Steiniger Weg bis zur Kooperation
In Bergisch Born kommen bis zu 80 Besucher zu den Sonntagsgottesdiensten (bei knapp 1000 Gliedern) in die Kirche, in Hückeswagen 80 bis 150 pro Gottesdienst bei knapp 6000 Gliedern. FOTO: Jürgen Moll (archiv)
Remscheid. Evangelischen Kirchengemeinden Hückeswagen und Bergisch Born reden über personelle Veränderungen. Von Joachim Rüttgen

Reimund Lenth ist sich sicher: "Das gibt schwierige Gespräche", sagt der Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde. Seit zwei Jahren läuft ein Kooperationsprozess mit der Evangelischen Gemeinde in Bergisch Born. Dafür gibt es personelle Gründe, denn 2019 geht der Bergisch Borner Pfarrer Reinhard Freyka in den Ruhestand, sein Hückeswagener Kollege, Pfarrer Martin Haupt-Schott, folgt 2020. Bleiben die Pfarrer Reimund Lenth und Klaus-Peter Suder.

Ging die Rechnung vor zwei Jahren noch von künftig drei Pfarrstellen aus (0,5 für Bergisch Born und 2,5 für Hückeswagen), so hat der Superintendent nach Angaben von Lenth nun nur noch maximal zweieinhalb Pfarrstellen für beide Gemeinden in Aussicht gestellt. Lenth gab in internen Beratungen zu bedenken, dass er es nicht für besonders realistisch hält, in einer ländlichen Gegend eine halbe Stelle besetzt zu bekommen.

Beide Gemeinden schlossen eine Fusion zunächst aus, da es dafür laut Lenth "keine innere Notwendigkeit" gebe - sprich: die Zahl der Gottesdienstbesucher ist hoch, es gibt zwei funktionierende Gemeinden mit einem regen Gemeindeleben und eigenständig arbeitende Gruppen. "Wir suchen zwar einen gemeinsamen Jugendleiter, und wir unternehmen 2017 auch eine gemeinsame Fahrt mit allen Konfirmanden, aber die jungen Menschen haben nicht so viele Berührungspunkte", sagt Lenth. Man wachse nur stückchenweise zusammen. Aufgrund der "äußeren Notwendigkeit" (Pfarrer gehen in Rente) und weil eine Wiederbesetzung der Pfarrstellen ausgeschlossen ist, sei die Fusion nicht vom Tisch. "Der Kirchenkreis drängt auf eine Fusion", sagt Lenth. Aber ein solcher Beschluss bräuchte Zeit, denn bei einem für die Fusion nötigen Kassensturz kämen alle Facetten einer Gemeinde auf den Tisch - vom Amtssiegel bis zu den Immobilien. Lenth geht davon aus, dass es bis zu einem Jahr dauern könnte, bis eine Fusion optimal vorbereitet ist. Die Hückeswagener Gemeinde habe sich schon beim Landeskirchenamt beraten lassen. "Und da habe ich den Vorschlag einer pfarramtlichen Verbindung gemacht", sagt Lenth. Die würde vorsehen, dass eine Pfarrstelle in Bergisch Born angesiedelt würde und anderthalb Stellen in Hückeswagen. Vorteil: Der Pfarrer in Bergisch Born müsste nicht in zwei Presbyterien sitzen. "Der Dezernent beim Landeskirchenamt signalisierte mir, dass es ein solches Konstrukt noch nicht gebe, es aber eine Überlegung wert wäre", sagt Lenth.

Er fordert Weitsicht in der Diskussion, denn der 1. Juni 2028 sei der errechnete Pensionstermin für ihn und Suder. Ab 2030 könnten etliche Pfarrstellen nicht mehr besetzt werden, das System gerate ins Wanken. "Uns fehlt der Nachwuchs", sagt Lenth. Da könne die Evangelische Kirche nicht so tun, als ob das ganz weit weg ist. Ihm sei es wichtig, offen nachzudenken. Bei einer "harten Fusion" würden zwei Gemeinden ihre Identität verlieren und ein komplett neues Konstrukt aufbauen. Bei der zweiten Lösung schließe sich die kleinere Gemeine der größeren an.

Quelle: RP
 
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