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Remscheid
Streit um Pakt für den Sport reißt tiefe Gräben auf

Remscheid. Verwaltung sieht kontinuierliche Verbesserungen für den Sport seit 2002. Sportbund vermisst echte Verbesserungen. Von Henning Röser

Die Stadtverwaltung ist gestern im Sportausschuss den Vorwürfen des Sportbundes entgegentreten, wonach die im "Pakt für den Sport" vereinbarte Kooperation auf der Stelle trete und die Leistung der Sportvereine für die Stadt nicht gewürdigt werde. Vielmehr sei im "Politikfeld Sport" seit 2002 eine "kontinuierliche Weiterentwicklung deutlich erkennbar".

Der zuständige Dezernent Thomas Neuhaus (Grüne) erinnerte an die Fortschritte, die in dieser Wahlperiode gemacht wurden. So sei mit der Einrichtung eines selbstständigen Sportausschusses dem Wunsch des Sports gefolgt worden, politisch mehr Gewicht zu bekommen. Die besondere Rolle des Sports werde in der aktuellen Fortschreibung des "Pakt für den Sport" anerkannt.

Auch finanziell unterstütze die Stadt den Sport intensiv. Als Beispiel wurde das Kunstrasenprogramm oder der Bau der Sporthalle am Röntgen-Gymnasium in Lennep genannt. Dem Sportbund werde zudem die Friesenhalle mietfrei zur Verfügung gestellt.

Auch die Kritik, dass die Stadt beim zentralen Wunsch des Sportbundes, der besseren Verzahnung von Sportbund und Sportverwaltung, auf der Bremse stehe, weist die Stadt zurück. Eine engere Zusammenarbeit sei ausdrücklich erwünscht. Themen dafür seien die Entwicklung und Modernisierung von Sportstätten in Remscheid. Hier sei das Ziel, den Vereinen mehr Verantwortung zu übertragen.

Die Stadt bekräftigte die Absicht, Sportbund und Sportverwaltung im Lüttringhauser Rathaus bald auch räumlich zusammenzuführen. Im Kernanliegen des Sportbundes aber bleibt die Stadtverwaltung hart. Die Verwaltung will keine originären Verwaltungsaufgaben an den Sportbund übertragen. Dies sei rechtlich nicht möglich. In Verwaltungsdeutsch heißt das: "Die Rechtscharaktere des Sportbund Remscheid und des Fachdienstes Sport und Freizeit bleiben unberührt. Neuhaus zeigte sich darüber verwundert, dass der Sportbund eine vom Rat bereits verabschiedete Kooperationsvereinbarung mit der Stadt noch nicht unterschrieben hätte.

Die anschließende Diskussion zeigte, wie weit die Parteien auseinanderliegen. Man unterschreibe den Vertrag nicht, weil die wenigen neuen Inhalte - etwa der Umzug des Sportbunds ins Lüttringhauser Rathaus - im Detail noch völlig unklar seien, sagte Geschäftsführerin Daniela Hannemann. Es gehe um existenzielle finanzielle Fragen.

Dass der Rat etwas verabschiedet hat, was offenbar nicht ausverhandelt ist, brachte dann die Politik auf die Palme. Es könne nicht sein, dass er dafür seine Zeit opfere, sagte David Schichel (Grüne) und erhielt breite Zustimmung.

Der Ausschussvorsitzende Markus Kötter (CDU) plädierte am Ende für eine Versachlichung der Diskussion. Alle Seiten müssten sich neu zusammensetzen. Die Kooperation sei sinnvoll. Vor der Sitzung sagte Kötter, der Sportbund verwische auf unzulässige Weise die Planungen für die Sportanlagen am Hackenberg mit der Zusammenarbeit zwischen Stadt und Sportbund. Man dürfe der Stadt nicht immer nur den Schwarzen Peter zuzuschieben. Man müsse wegkommen vom "gegenseitigen Belauern".

Quelle: RP
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