| 19.34 Uhr

Burger Straße in Remscheid gesperrt
Orkan lässt Mannesmann-Turm wanken

Sturmtief "Niklas" hinterlässt Schäden in Remscheid
Sturmtief "Niklas" hinterlässt Schäden in Remscheid FOTO: Ralf Kollmann
Remscheid. Umgestürzte Bäume, heruntergebrochene Äste und lose Dachteile hielten die Feuerwehr in Remscheid am Dienstag in Atem. Orkan "Niklas" fegte über NRW hinweg. Auch der Mannesmann-Turm an der Burger Straße wankte im Sturm.

Seit sechs Uhr waren Kräfte im Einsatz, mehr als 35 mal mussten Feuerwehrzüge bis zum Abend zu verschiedenen Einsatzstellen ausrücken, meldet die Leistelle. Schwerpunkte waren Lennep und Lüttringhausen. Auch der Mannesmann-Turm an der Burger Straße wankte im Sturm. Passanten riefen die Feuerwehr, als der Turm sich stark bewegte. Die Helfer stellten fest, dass sich an einer Verbindungsstelle ein Bolzen gelockert hatte und riefen die städtische Bauaufsicht hinzu. Die ließ den angrenzenden Parkplatz sicherheitshalber sperren. Auch der benachbarte Aldi -Markt schloss vorsorglich die Pforten. Die Burger Straße wurde am Abend zwischen Bliedinghauser Straße und Reinhard-Mannesmann-Straße in beide Richtungen bis auf weiteres komplett gesperrt. Fachleute des Bauaufsichtsamts sollen Morgen früh die Standfestigkeit des Bauwerks eingehend prüfen. Erst nachdem diese sichergestellt sei, könne die Strecke wieder freigegeben werden, so Stadtsprecherin Viola Juric am Abend. 

An der Knusthöhe in Lennep drohte ein vom Sturm beschädigter Baum auf ein Wohnhaus zu kippen. An der Linde, auf dem Haselnussweg und dem Holunderweg beseitigten Feuerwehrleute umgestürzte sowie im Stamm gebrochene Bäume und herabgefallene Äste, die teilwiese auch Fahrwege versperrten. Dies war auch auf einem Verbindungsweg an der Ronsdorfer Straße der Fall. Umgekippte Mülltonnen säumten am Morgen viele Straßen, so auf der Kölner Straße in Lennep.

Einen weiteren Einsatz gab es an der Polizeiwache Remscheid, wo der Sturm Dachteile gelöst hatte. Größere Gebäudeschäden gab es nach Angaben der Wehr aber nicht. Verletzt wurde niemand. Auch in den Wäldern in und um Remscheid hatten Helfer der Forstämter alle Hände voll zu tun. So beseitigten sie etwa eine umgekippte Fichte, die die Fahrstrecke der Bahnlinie S 7 zwischen Schaberg und Güldenwerth in Höhe der Westhauser Brücke blockierte. Dadurch war die Strecke der S 7 zwischen Remscheid und Solingen zeitweise gesperrt, während der Bahnverkehr zwischen Wuppertal und Remscheid weiterlief. Auch im weiteren Verlauf des Tages brauchten Bahnfahrer viel Geduld. Ab 11 Uhr ging dann nichts mehr. Die Bahn stellte landesweit den Betrieb auf ihren Nahverkehrsstrecken aus Sicherheitsgründen vorübergehend ein. Der private Zugbetreiber Abellio war davon nach eigenen Angaben aber nicht betroffen. Nachdem die Solinger Strecke freigeräumt war, lief der Betrieb weiter.

In den Wäldern selbst blieb der Schaden überschaubar. "Überwiegend fielen Fichten", berichtet Revierleiter Stephan Nöh vom Forstamt, der den Südwesten des Stadtwaldes betreut. "Beim Laubholz fehlen noch die Blätter, so dass der Wind widerstandsfreier durch die Kronen streichen kann". Auch dadurch sei der Holzschaden im Wald überschaubar geblieben.

"Wir haben es aber noch nicht überstanden", warnt der Revierleiter. Für Mittwoch seien erneut Windgeschwindigkeiten von bis zu 85 km/h angesagt. Lose Äste und gelockerte Baumwurzeln sorgten weiter für Gefahr. "Wer in diesen Tagen nicht in den Wald muss, sollte ihn meiden", rät Nöh.

(bu)
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