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Remscheid
Suche nach den Grenzen der Wupperorte

Remscheid. Eine Gruppe von Heimatforschern aus den Wupperorten um Günter Schmale sucht nach Quellen zu Grenzverläufen zwischen den elf Wupperorten. Geografisches Kartenmaterial mit Grenzlinien sind bisher noch nicht gefunden. Von Sigrid Hedderich

Die kleinen Wohnorte zwischen Radevormwald, Lennep, Schwelm und Wuppertal-Beyenburg präsentieren sich gerne als eine Einheit. Der Sammelbegriff "Wupperorte" ist gängig und seit Jahrzehnten bekannt.

Doch was genau steht dahinter? Derzeit beleuchtet ein kleiner, neu gebildeter Kreis aus engagierten Bewohnern diese Ortschaften, besser deren mutmaßliche Grenzverläufe. Wo endet Vogelsmühle und beginnt genau Dahlerau? Welche Orte dürfen sich "Wupperorte" nennen und welche gehören streng genommen nicht mehr dazu?

All diese Fragen beschäftigte schon der Vorstand des Bürgervereins der Wupperorte bei dessen Gründung. Hier wurde letztlich großzügig verfahren, angehende Mitglieder auch aus Randgebieten nahm der Vorstand auf. Günter Schmale, ein bekennender Wupperaner und Initiator des im April dieses Jahres gebildeten Geschichtskreises, hat das Thema Ortsgrenzen neu aufgegriffen.

Eine Kaqarte mit Grenzverläufen sei sowohl für Historiker als auch für die verwandten Ortsbezeichnungen hilfreich. "Selbst Anwohner der Orte wissen häufig nicht, wo Ortsbezeichnungen beginnen und enden", sagt er. Da sei es für ortsfremde Anreisende schwierig, sich anhand der Ortsschilder zurechtzufinden. Er sieht die Rätsel um die Orte als Herausforderung für sich und deren Bewohner.

"Geographisches Kartenmaterial mit eindeutigen Grenzen ist selbst bei der Stadtverwaltung nicht vorhanden", erzählt er. Einmal besteht natürlich große Neugier, über die Grenzverläufe etwas zu erfahren und Wissen zu sammeln. Auf der anderen Seite besteht die Möglichkeit, das zusammengetragene Material gleich digital zu archivieren.

"Historische Zusammenhänge gehen verloren, wenn sie nicht dokumentiert und archiviert werden", sagt Günter Schmale. Sein Forschungsansatz weckte auch das Interesse weiterer Wupperaner, die verfügbare Informationen sammeln und aufschreiben. Inzwischen zählen fünf "Forscher" zu dem kleinen Geschichtskreis.

"Wir planen, uns künftig etwa alle vier Wochen zu treffen, um uns auszutauschen", sagt Günter Schmale. Er hebt hervor, dass die Recherche Spaß mache und letztlich der Blick auf die nachfolgenden Generationen dem Ganzen einen Sinn gebe.

Dank des großen Webangebotes kann er fleißig administrieren und geschichtsträchtiges Material präsentieren. "Wir planen gerade, unsere Informationen erst einmal themenbezogen zu sammeln und zu sortieren. Dazu haben wir begonnen, erste Fragebögen für Bewohner der Orte zusammenzutragen und diese auszulegen", sagt er. Alte Begebenheiten würden interessieren. Noch gebe es Zeitzeugen, deren Erzählungen helfen würden. Von drei Stellen erhofft sich der Geschichtskreis zusätzlich Antworten zu erhalten. Dazu gehören das Stadtarchiv, der Heimat- und Verkehrsverein und der Ortsverein des Bergischen Geschichtsvereins. Erste Kontakte sind geknüpft. "Wir wollen zu keiner Institution Konkurrenz sein, sondern uns gegenseitig unterstützen", sagt der Heimatforscher. Der Gruppe sei bewusst, dass bereits vorhandene Wissenslücken nie ganz geschlossen werden können und Fragen offen bleiben werden. "Mit kontinuierlicher Arbeit können wir dennoch ein realistisches Gesamtbild konstruieren", sagt Schmale.

Quelle: RP
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