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Remscheid
Suche nach geeigneten Standorten für Ersatzbäume

Remscheid: Suche nach geeigneten Standorten für Ersatzbäume
Umgeben von einem grünen Wall aus Bäumen - so präsentiert sich das Röntgen-Stadion. Doch für das DOC werden 130 Bäume gefällt. FOTO: Jürgen Moll (archiv)
Remscheid. Die Bezirksvertretung Lennep hat der Fällung von 130 Bäumen auf dem DOC-Gelände zugestimmt. Es gibt nur eine Gegenstimme. Von Stefanie Bona

130 Bäume, davon 90 geschützte, werden für den DOC-Bau gefällt. Am Mittwochabend stimmte die Bezirksvertretung Lennep der entsprechenden Beschlussvorlage mehrheitlich zu. Diese Entscheidung war folgerichtig, hatte das Gremium im Dezember doch auch den Bebauungsplan für das Einkaufsdorf abgesegnet. Dass jetzt über die Fällaktion noch einmal gesondert abgestimmt werden musste, sei eine reine Formalie, erklärte Stadtplaner Robin Denstorff.

Trotzdem regte sich Widerstand: "Das, was uns hier vorgelegt wird, zeigt die ganze Dimension des Unternehmens", sagte Rolf Haumann (Grüne), er war aber der einzige, der seine Zustimmung versagte. In anderen Fällen habe sich die Bezirksvertretung mit der Fällung einzelner oder einiger weniger Bäume im Stadtgebiet sehr schwer getan. "Wir veranstalten in Lennep nun einen gewissen Kahlschlag", monierte der Politiker. Zudem werbe DOC-Investor McArthurGlen für seine "grünen" Center. Dies sei vor dem Hintergrund, dass Bäume in dieser großen Zahl dem Einkaufsdorf weichen müssten, "obskur".

Bezirksbürgermeister Markus Kötter (CDU) forderte, dass die für die Maßnahme anfallenden Ausgleichszahlungen eingesetzt werden müssten, um in Lennep für Neuanpflanzungen zu sorgen. Die Chancen dazu sehen aber nicht allzu rosig aus, wie Frank Stiller vom Umweltamt einräumte. "Die Standorte, wo realistisch Ersatzpflanzungen möglich sind, sind überschaubar", verwies er auf Hindernisse besonders entlang Straßen und an anderen versiegelten Flächen. Laut Gesetz könnten die durch den Investor zu zahlenden Gelder in ganz Remscheid eingesetzt werden, um für einen Ausgleich an Grün zu sorgen.

Etwa "30 bis 40 neue Bäume", so schätzt er, könne man in Lennep wohl möglich machen. Dabei hätten solche Grundstücke Priorität, wo es freies Gelände gebe und man Bäume ohne größeren finanziellen und personellen Aufwand einsetzen könnte. Wenn umfangreichere Tiefbauarbeiten, etwa beim Aufstemmen von Asphalt oder dem Entfernen anderer Bodenbeläge anfielen, verteuere das die Maßnahmen zu Lasten der am Ende tatsächlich neu gepflanzten Bäume. So sei es wahrscheinlicher, dass Ersatzpflanzungen etwa an der Emil-Nohl-Straße am Hasenberg vorgenommen würden. Auch private Grundstücke kämen dafür in Frage.

Bis zur nächsten BV-Sitzung soll die Verwaltung nun auflisten, wo in Lennep neue Baumstandorte möglich gemacht werden könnten. Besorgte Bürger, vornehmlich Mitglieder der DOC-kritischen Bürgerinitiative (BI), hatten vor Beginn der Sitzung noch mit Transparenten gegen die anstehende Abholzaktion protestiert.

Quelle: RP
 
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