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Remscheid
Talfahrt der Bibliothek hält weiter an

Remscheid: Talfahrt der Bibliothek hält weiter an
Blick in das Gebäude der Zentralbibliothek mit seinen hohen Bücherregalen. Der Service der Bücherei ist in den vergangenen Jahren deutlich verbessert worden. Die Ausleihzahlen gehen aber weiter zurück. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Ausleihzahlen sind weiter rückläufig. Ein Personalwechsel an der Spitze soll nächstes Jahr für neuen Schwung sorgen. Von Christian Peiseler

Zum Ende des Jahres scheiden mit Ulla Schulz (Kinder- und Jugendbibliothek) und Cornelia Pauß (Leiterin der Zentralbibliothek) zwei langjährige und verdiente Mitarbeiterinnen aus. Bis vor kurzem stand hinter ihren Stellen im Personalentwicklungsplan der Stadt noch ein KW-Vermerk (Stelle kann wegfallen). Doch die beiden Positionen gelten inzwischen wieder als "systemrelevant". Nicole Grüdl-Jakobs, Leiterin des Kommunalen Bildungszentrums, zu der die Zentralbibliothek gehört, kann sie wieder besetzen. Mit einer neuen Generation an Bibliothekarinnen soll auch die Zentralbibliothek sich weiter zu einem modernen Medienzentrum entwickeln. Die Bibliotheken haben allen Grund, sich neu aufzustellen, denn die Talfahrt bei den Ausleihzahlen hält weiter an.

Seit 2008 ist der Medienetat jedes Jahr geschrumpft, von 219.500 Euro auf 109.250 Euro (2015) - also um gut die Hälfte. Mit fast 30 Prozent weniger Personal muss die Bücherei mit ihren drei Standorten auskommen. Parallel zu diesem harten Sparkurs sacken die Ausleihzahlen weiter ab. Sie haben sich im selben Zeitraum um 15,2 Prozent reduziert. Das setzt sich in 2016 und 2017 weiter fort. Lag im Jahr 2015 die Ausleihzahl bei 377.000 Medien, so waren es 2016 nur noch etwa 360.000. Auch in diesem Jahr konnte der Negativtrend nicht gestoppt werden: Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016 sind es etwa 13.000 Medien weniger.

Während die Ausleihzahlen weiter zurückgehen, hat sich der Service der Zentralbibliothek in den vergangenen Jahren aber weiter verbessert. Die automatisierte Ausleihe und Rückgabe erweist sich als sehr nutzerfreundlich, genauso wie die verlängerten Öffnungszeiten. Die obere Etage hat sich inzwischen als ein Lernort für Schüler etabliert. "Dort ist es außer in den Ferien immer rappelvoll", sagt Nicole Grüdl-Jakobs. Die obere Etage soll bald neu eingerichtet werden. Sowohl der Lesesaal wie auch der Lernraum erhalten pfiffigere Möbel. Ein Automat mit Erfrischungen ist vorgesehen. "Wir wollen die Aufenthaltsqualität steigern", sagt die Leiterin des Kommunalen Bildungszentrums-Zentrums. Die Stadtteilbibliotheken in Lennep und in Lütringhausen leben von der Unterstützung ihrer Fördervereine. Ohne die Lütteraten gäbe es die Bücherei an der Gertenbachstraße nicht mehr. In der Stadtmitte fehlt es an einem Förderverein. "Im Zentrum ist die Identifikation nicht so hoch wie in den Stadtteilen", vermutet Grüdl-Jakobs. Durch ein neues Leitungsteam könne diese gestärkt werden, um auch die Zahl der aktiven Nutzer zu erhöhen.

Das nächste Personalproblem steht bereits vor der Tür. Im Jahre 2021 scheidet die Leiterin der Stadtteilbibliothek in Lennep, Corinna Holthausen, aus dem Dienst. Der Rat der Stadt hat diese Stelle ebenfalls als eine Position bewertet, die wegfallen soll. Ohne eine Leiterin der Bücherei in Lennep läge die Arbeit alleine auf den Schultern der ehrenamtlichen Helfer. Eine Situation, die Nicole Grüdl-Jakobs, unbedingt verhindern will. Ohne Bibliothekarin wäre der Standort nicht zu halten. Das wäre ein weiterer Nackenschlag für das in den vergangenen Jahren gebeutelte Kulturinstitut.

Quelle: RP
 
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