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Remscheid
Tausche PC-Tipps gegen Taschengeld

Remscheid: Tausche PC-Tipps gegen Taschengeld
Ein Jugendlicher hilft den älteren Damen bei der Bedienung eines Laptops - ein Beispiel von vielen der Hildener Taschengeldbörse. Solche eine Tauschplattform wird auch in Remscheid etabliert. FOTO: Tinter
Remscheid. Die Taschengeldbörse soll helfen den Kontakt zwischen älteren Menschen und Jugendlichen herzustellen. Von Anna Kaiser

Ältere Menschen möchten sich ein neues elektronisches Gerät zulegen, haben aber Probleme mit der Bedienung. Junge Leute könnten ihnen spielend helfen, mit Laptop oder Smartphone klar zu kommen. Doch wie finden Jung und Alt zueinander? Als Vermittler solcher und anderer kleiner Hilfen soll die Taschengeldbörse dienen. Was in Solingen schon seit über fünf Jahren funktioniert, wird ab 11. August in Remscheid eingeführt. Die Idee ist, dass Jugendliche ihr Taschengeld aufbessern können und ältere oder mobilitätseingeschränkte Personen Unterstützung bekommen.

"Wenn die Leute Hilfe haben, könnte die stationären Unterbringung vermieden werden", sagt Sozialdezernent Thomas Neuhaus. "Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Jugendliche durch kleinere Tätigkeiten viel lernen", ergänzt Neuhaus. Bei ihren Hilfstätigkeiten könnten sie berufliche Erfahrungen sammeln, ihre Stärken und Begabungen kennenlernen, sagt Annette Potthoff, stellvertretende Geschäftsführerin des Diakonischen Werks des Evangelischen Kirchkreises Lennep.

Die Arbeitsaufträge reichen von Einkaufen bis hin zur Gartenarbeit. "Wir haben auch eine Rentnerin, die jemanden sucht, der mit ihr Karten spielt und ihr mit ihrem neuen Handy hilft", sagt Natalia Talmon, Sozialarbeiterin und Koordinatorin des Projektes. Die Jugendlichen und die Taschengeld-Jobanbieter werden über ein Matching-Verfahren vermittelt. Das heißt, nicht das Geschlecht oder die Herkunft sind wichtig, sondern nur die Arbeit, sagt Talmon. "Uns ist besonders wichtig, dass beide Partner in dem gleichen Stadtteil leben. "Der Jugendliche soll nicht quer durch die Stadt fahren", fährt sie fort.

Vor Vermittlung werden die Beteiligten der Taschengeldbörse zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. Dort informiert das Team des Diakonischen Werks über die Versicherung und Versteuerung. "Bei der Arbeit handelt es sich um einmalige, unverbindliche Hilfstätigkeiten. Wenn ein Jobanbieter einen Jugendliche wiederholt beschäftigen möchte, dann soll er ihn in einem Minijob fest einstellen", sagt die Koordinatorin. Unterstützt wird die Taschengeldbörse vom Landes-Projekt "Servicebrücken Jugend - Alter", die den Aufbau solcher Börsen fördert. Zusätzlich erhielt die Börse zum Aufbau des Angebots Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds in Höhe von 15 000 Euro.

Quelle: RP
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