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Remscheid
TBR: Tauben vergrämen ist nicht Aufgabe der Stadt

Remscheid: TBR: Tauben vergrämen ist nicht Aufgabe der Stadt
Über Tauben ärgern sich Anwohner der Lenneper Altstadt. FOTO: dpa (Archiv)
Remscheid. Das zentrale Wort war in Anführungsstriche gesetzt in der Anfrage der CDU. Die wollte in der Sitzung der Bezirksvertretung Lennep am Mittwochabend wissen, was die Stadt gegen die "Taubenplage" in der Lenneper Altstadt unternommen hat, nachdem eine Anwohnerin sich über Probleme mit diesen Vögeln bei der Bürgersprechstunde des Oberbürgermeisters im März beklagt hatte. Von Henning Röser

Die Antwort von Michael Zirngiebl, Betriebsleiter der Technischen Betriebe (TBR), war eindeutig. Die Stadt hat nichts unternommen, weil sie gar nicht zuständig ist. Das Fernhalten von Tauben, das im offiziellen Sprachgebrauch "Tauben vergrämen" heißt, sei alleine Sache der Hauseigentümer. Fänden die Tiere am Haus keinen Platz, wo sie sich bequem niederlassen können, wäre das ein Schritt in die richtige Richtung.

Noch wichtiger sei allerdings, dass den Tieren keinerlei Futter angeboten werde. Tauben fänden sich immer nur dort ein, wo es ein Nahrungsangebot gebe. Gebe es nichts zu fressen, verschwänden sie wieder. Teilweise seien es Menschen, die sie füttern. Das geschehe leider immer wieder, auch wenn das Taubenfüttern laut Satzung in Remscheid verboten ist.

Ein ungelöstes Problem in diesem Zusammenhang sei ein leerstehendes Haus in der Lenneper Altstadt, wo die Tiere Unterschlupf finden, sagte Bezirksbürgermeister Markus Kötter (CDU). Ob die Stadt hier nicht auch unter hygienischen Aspekten aktiv werden könne, etwa durch eine Kontrolle des Gesundheitsamts.

Grundsätzlich habe die Stadt keine "ordnungsrechtliche Handhabe", um im privaten Besitz ohne Zustimmung der Inhaber aktiv zu werden, entgegnete Zirngiebl, der angesichts der Dimension nicht von einer Taubenplage sprechen wollte.

Kötter berichtete von anderen Städten, wo man etwa mit speziellen Taubenhäusern arbeite, wo den Vögeln die Eier weggenommen und gegen Exemplare aus Ton ausgetauscht werden, um das Anwachsen der Population zu verhindern. Das sei enorm aufwendig, bringe aber wenig Ertrag, sagte Zirngiebl.

Quelle: RP
 
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