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Remscheid
Teure Kataloge lagern im Archiv der Stadt

Remscheid. Für die Bildbände über Ausstellungen in der Städtischen Galerie finden sich keine Käufer. Von Christian Peiseler

8229 Kataloge lagerten in der Städtischen Galerie nach Einstellung des Betriebs. Sie repräsentieren einen Querschnitt der Ausstellungsgeschichte. In den Gebäuden an der Scharffstraße konnten sie nicht bleiben. "Wir haben versucht, die Kataloge auf dem freien Markt zu verkaufen", sagt Kämmerer Sven Wiertz. Niemand habe sich aber für sie interessiert. Einen großen Teil der Kataloge haben Mitarbeiter inzwischen in einem Raum im Stadtarchiv untergebracht. Es handelt sich um etwa 3000 Exemplare.

Klaus Küster, Ratsmitglied der Linken und früherer Leiter der Galerie, beherbergt zurzeit 2800 Kataloge in seiner Garage. Es habe die Kataloge vor dem Abtransport in die Müllverbrennungsanlage gerettet, sagt Küster. Gegen den Vorwurf, die Stadt hätte die Kataloge verbrennen wollen, wehrt sich Wiertz: "Es hat zu keiner Zeit von der Verwaltung einen Auftrag in diese Richtung gegeben." Es handele sich offenbar um ein Missverständnis bei der Kommunikation. Bevor es wieder kalt und feucht wird in Remscheid, will die Stadt die Kataloge aus Küsters Garage ins Archiv bringen. Ein weiterer Teil der Kataloge beherbergt noch ein Büro in der Galerie. Einige Künstler habe die Stadt angesprochen, ob sie Exemplare haben wollten, sagt Lutz Heinrichs, Verwaltungsleiter des Teo Otto Theaters.

Kataloge gelten in der Branche als Honorar für die Künstler. Remscheid hat sich an den Druckkosten beteiligt, zum großen Teil haben auch Sponsoren, die der frühere Galarieleiter Oliver Zypok gewinnen konnte, die Ausgaben übernommen. Im Jahr 2013 gab die Stadt etwa 20 000 Euro für den Druck der Kataloge für die Ausstellungen mit Werken von Almut Linde und Peter Land aus.

Durch Verkauf lassen sich die Kosten wohl nicht mehr refinanzieren. Auch ihre Kataloge lagern nun hinter verschlossenen Türen im Archiv. Genauso wie der städtische Kunstbesitz. Er ist im Haushalt mit einem Wert von einem Euro verbucht. 1800 Werke umfasst die Sammlung. Viele Exemplare befinden sich in einem schlechten Zustand. Die Stadt verfügte bis in die 90er Jahre über einen Etat für den Ankauf von Kunst aus Ausstellungen, die in Remscheid gezeigt wurden. In erster Linie kaufte sie Werke von regionalen Künstlern, die mit dem Ankauf von Bildern sie auch fördern wollte. Das ist lange her. Über Jahre hinweg gammelte der städtische Kunstbesitz in verschiedenen Kellern und Räumen im Stadtgebiet vor sich hin. Erst 2007 baute die Stadt Hochregale für die Lagerung von Kunst, als das Stadtarchiv nach Hasten zum Historischen Zentrum zog. Der Raum besitzt keine Klimaanlage, sei aber trocken, heißt es bei der Stadt. Ein Register listet wichtige Daten zu den Künstlern und zum Werk auf. An einer kunsthistorischen Aufarbeitung und Gliederung, die notwendig wären, um den Kunstbesitz für eine Ausstellung vorzubereiten, fehlt es. Besserung steht nicht in Aussicht.

Quelle: RP
 
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