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Remscheid
Tierschutzdiskussion - Zirkus unter Druck

Remscheid: Tierschutzdiskussion - Zirkus unter Druck
Gut gebrüllt, Tiger. Dompteur Tom Dieck und sein Tiger Delphi. Seit gestern hat der Circus Probst seine Zelte auf dem Schützenplatz aufgeschlagen. FOTO: Nico Hertgen
Remscheid. Circus Probst feiert heute auf dem Schützenplatz Premiere mit seiner Tier- und Artistikshow. Von Stefanie Bona

Der Circus Probst gehört zu den letzten Großzirkussen und kommt gerne nach Remscheid. "Das ist eine gute Zirkusstadt", sagt Juniorchefin Stephanie Probst hinsichtlich der guten Erfahrungen aus vergangenen Gastspielen. Beim gestrigen Pressetermin befand sich die Zirkusstadt auf dem Remscheider Schützenplatz im Aufbau, heute soll zur Galapremiere um 17 Uhr alles fertig sein. 25 Artisten und Tierlehrer stehen beim Circus Probst in der Manege. Es gibt 50 eigene Tiere, hinzu treten mit Dompteur Tom Dieck acht Raubtiere - darunter weiße Löwen und die sogenannten Liger als Kreuzung zwischen Löwe und Tigerin - sowie vier Bisons und sieben Esel ins Rampenlicht.

Auf das Thema Tierhaltung angesprochen, reagieren die Zirkusleute sensibel. Man spürt, dass die anhaltende Debatte um ein Wildtierverbot im Zirkus die Nerven zunehmend blank liegen lässt. Die teilweise militant auftretenden Kritiker seien keine "Tierschützer, sondern Tierrechtler", sagt Stephanie Probst erzürnt. "Sie zerreißen unsere Plakate und beleidigen uns persönlich", beschreibt sie die angespannte Situation.

Der Circus Probst trete dafür ein, dass "der gute Zirkus" erhalten bleibe. Die Welt verändere sich, auch in der Manege und drumherum. So sehe die Tierhaltung in einem modernen, verantwortungsbewussten Zirkusbetrieb heute anders aus als in früheren Zeiten. Wie überall, gebe es aber natürlich auch "Schwarze Schafe". "Es ist gut, dass der Tierschutz überwacht wird. Das ist auch in unserem Interesse, denn wir hängen sehr an unseren Tieren", betont Stephanie Probst, die selbst die Pferdedressur im elterlichen Betrieb verantwortet. "Ich bin mit unseren Tieren aufgewachsen. Teilweise sind sie genauso alt wie ich", sagt die junge Frau. Man bemühe sich sehr um Transparenz. Der Amtsveterinär komme in jeder Woche. Auch könne sich die Öffentlichkeit, wenn es der Betriebsablauf zulasse, ein Bild von der Tierhaltung machen. "Der Zirkus hat keine Sonderrechte", ergänzt Tierlehrer Marcel Kremer. Während der Unterhaltung dösen die in Käfigen untergebrachten Raubkatzen von Tom Dieck vor sich hin. Nur als ein Bison zum Foto auf den Platz geführt wird, beobachten sie neugierig das Geschehen. Gerne nutzten die bis zu 300 Kilogramm schweren Tiere außerdem das große Wasserbecken, erzählt Stephanie Probst. Die eigene Leidenschaft für die Zirkuskunst wolle man mit den Zuschauern in einer bunten Mischung aus Artistik und Tierdressur teilen. In Remscheid hat sich bislang der Antrag nicht durchgesetzt, einem Zirkus mit Wildtieren kein Gastspiel mehr zu erlauben. Düsseldorf hingegen ist diesem Ansinnen gefolgt. Wenn weitere Städte nachzögen, müssten sich Inhaber und Mitarbeiter Sorgen um ihre Zukunft machen. "Die Diskussion ist existenzbedrohend", sagt Stephanie Probst.

Quelle: RP
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