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Remscheid
Torschuss-Panik

Remscheid: Torschuss-Panik
Wenn ein Ball vom Jahnplatz aus geschossen das Tor verfehlt und auch den acht Meter hohen Zaun überquert, landet er auf den unmittelbar angrenzenden Grundstücken und richtet häufig Schaden an. FOTO: jürgen Moll (Archiv)
Remscheid. Bettina Hülsenbeck reicht es. Sie ist es endgültig leid, dass ihr die Fußbälle vom Jahnplatz aus auf die Terrasse donnern und die Hausfassade, das Auto im Hof und das Garagendach beschädigen. Vor allem ist sie es leid, dass sich keiner für die Schäden verantwortlich fühlt und sie ständig hingehalten wird. Von Christian Peiseler

"In den letzten zwei Jahren sind bei uns Schäden von insgesamt 20.000 Euro entstanden. Wer bezahlt mir das?", fragte die Anwohnerin. In der Bezirksvertretung Lüttringhausen überreichte sie Bezirksbürgermeister Andreas Stuhlmüller entsprechende Kostenvoranschläge für die nötigen Reparaturen. Sie kündigte rechtliche Schritte an und möchte darauf hinwirken, dass der Platz für den Spielbetrieb so lange gesperrt wird, bis die Schadenersatzforderungen anerkannt sind und ein entsprechend hoher Zaun mit Fangnetz sie vor den Fußballgeschossen schützt. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand gezwungen wird, so etwas weiter zu dulden", sagte Bezirksbürgermeister Andreas Stuhlmüller zur Situation am Jahnplatz. Hülsenbeck hat bereits einen Anwalt eingeschaltet.

Im November des vorigen Jahres habe sie um eine Stellungnahme der Rechtsabteilung der Stadt gebeten, aber seitdem nichts mehr von der Stadt gehört. Auch mit Michael Ickenstein aus dem erweiterten Vorstand des FC Remscheid und der FCR-Geschäftsstelle habe es bereits im Oktober einen E-Mail-Verkehr gegeben. Der Verein wies alle Vorwürfe von sich und teilte Bettina Hülsenbeck schriftlich mit, dem Verein könnten "keine Versäumnisse angelastet werden".

Diese Haltung der Ignoranz vonseiten des Fußballvereins und der Stadt will Hülsenbeck nicht länger hinnehmen. Zumal sich die Situation auf ihrem Grundstück zuspitze. Einige Fußballer kletterten über die Grundstücksmauer und das Einfahrtor, um die verschossenen Bälle zurückzuholen. Andere klingeln und benähmen sich unverschämt. "Vor ein paar Tagen ist meine Mutter angegriffen worden. Man hat angedroht, ihr ,eins in die Fresse' zu hauen, wenn man den Ball nicht zurückbekommt", berichtete Hülsenbeck. Das Leben am Rande des Jahnplatzes nimmt für die Familie unerträgliche Formen an.

Michael Zirngiebl, Leiter der Technischen Betriebe Remscheid, kündigte an, bis September eine Lösung für den Zaun hinter dem Tor zu präsentieren. Bisher gebe es aus seiner Sicht nur eine Variante, die den Gesetzen der Statik entsprechen könnte - hinter dem Tor einen Zaun in einer Gesamthöhe von zwölf Metern zu errichten. Diese Überlegungen müssten aber noch geprüft und die Kosten dafür errechnet werden.

Quelle: RP
 
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