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Remscheid
Trauer um Ex-Stadtdirektor Karl-Manfred Halbach

Remscheid. Der langjährige Dezernent für Schule, Soziales, Sport und Kultur starb im Alter von 78 Jahren.

Karl-Manfred Halbach ist tot. Der langjährige Stadtdirektor und Dezernent für Bildung, Soziales, Sport, Kultur und Gesundheit in Remscheid starb in der vergangenen Woche im christlichen Hospiz in Wuppertal an den Folgen eines Schlaganfalls. Er wurde 78 Jahre alt.

KM, wie ihn seine Freunde nannten, war ein herzlicher, engagierter, lebensfroher und sozial denkender Mensch - und im Rathaus ein Quereinsteiger. Als er 1980 zum ersten Mal zum Sozialdezernenten gewählt wurde, hatte Halbach bereits 16 Jahre als Lehrer gearbeitet.

Nicht nur das verband ihn mit dem späteren Oberbürgermeister Reinhard Ulbrich (beide SPD), der ihn zum Superdezernenten machte und ihm sowohl den Sozial- als auch den Kulturbereich übertrug. "Wir verstanden uns auf Anhieb", erinnert sich Ulbrich. "Er wurde Sozialdezernent, ich übernahm seinen Kremenholler Wahlkreis und wurde einige Zeit später Oberbürgermeister." Das Doppelressort war "neben seiner Funktion als Stadtdirektor eine riesige Aufgabe, die von KM mit Bravour gemeistert wurde. Das schafft nur eine starke Persönlichkeit", sagte Ulbrich der BM.

Wie eng auch das persönliche Band zwischen den beiden Sozialdemokraten war, zeigt die Tatsache, dass Ulbrich als Standesbeamter fungierte, als Karl-Manfred Halbach die persönliche Referentin des Oberbürgermeisters, Christel Laufenberg, heiratete. Viele Dinge, die heute in Remscheid zum sozialen Gerüst gehören, brachte Halbach (mit) auf den Weg. Die Remscheider Tafel startete unter seiner Ägide.

2001 traf Halbach in seinem letzten Dienstjahr eine Vereinbarung mit dem Sportbund Remscheid, wonach Sportkurse in die Vereine gehören und nicht in die VHS. "Das war ein Meilenstein", sagt der heutige Sportbundvorsitzende Ulbrich.

Genau wie er blieb auch Karl-Manfred Halbach der Stadt nach dem Ausscheiden aus dem Amt verbunden. Als Vorsitzender des Paritätischen Wohlfahrtsverbands in Remscheid setzte er sich bis 2014 für sein zentrales Thema ein: soziale Gerechtigkeit. Aber auch für den Erhalt des Orchesters und der Musik- und Kunstschule sprach er sich aus.

Er werde nicht "in das berühmte Rentnerloch fallen", sagte er, als er 2001 von Oberbürgermeister Fred Schulz (CDU) in den Ruhestand verabschiedet wurde - und hielt auch dieses Versprechen. Das Ehepaar Halbach reiste viel, las reichlich, besuchte gerne Ausstellungen.

Bestürzt reagierte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz auf die Nachricht vom Tod seines Vorgängers. "Er hat deutliche Spuren hinterlassen und Maßstäbe gesetzt: solidarisch mit den Menschen sein, die Unterstützung benötigen, eine klare Sprache sprechen, gegebenenfalls unbequem sein", sagte Mast-Weisz. "Er wird uns allen fehlen."

(hr)
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