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Serie Stadtgeschichte(n)
Treu, zäh, knorrig - Remscheider Platt

Remscheid. In einer Serie stellen wir besondere Fundstücke aus dem Remscheider Stadtarchiv vor. Es sind historische Dokumente, die Geschichte und Geschichten erzählen - wie die des Heimatdichters Gustav Hermann Halbach (1882-1958). Von Bernd Bussang

Das Familienalbum mag schon etwas abgegriffen sein, doch ist es sorgfältig geführt. Die Fotos sind nicht geklebt, sondern in Schaulaschen geschoben und lassen sich mit etwas Geschick herausziehen. Auf den Rückseiten der meisten von ihnen sind Namen und Jahreszahlen notiert. Das Album stammt aus dem Nachlass von Gustav Hermann Halbach (1882-1958) und ist ein profundes und optisch ansprechendes Stück Familiengeschichte. "Der Name Halbach ist in Remscheid weit verbreitet", sagt Stadtarchivarin Viola Schwanicke. Es sei eine der ältesten Familien der Stadt mit vielen Linien.

Gustav Hermann Halbach ist eines der bekanntesten Familienmitglieder. Als Mundart-Schriftsteller Sprachforscher und Zeichner machte er sich einen Namen. Eine Straße in der Nähe des Zentralpunkts ist nach ihm benannt. Sein wohl wichtigstes Werk ist der "Bergische Sprachschatz". Das Wörterbuch zur Remscheider Mundart, an dem Halbach viele Jahre lang arbeitete, erschien 1951 und gilt bis heute als Standardwerk. "Die Remscheider halten, wie kaum eine andere Stadt des Bergischen Landes, treu und zäh an ihrer knorrigen Mundart fest", schreibt Halbach im Vorwort. Das dürfte sich inzwischen geändert haben. Als Sohn eines Schleifers und einer Schusterstochter wurde er zunächst Kaufmann. Als 32-jähriger Landwehrinfantrist geriet er im Ersten Weltkrieg in Gefangenschaft und wurde nach Ostsibirien verschleppt. Er war Zeitungsredakteur, Büroleiter der Deutschen Volkspartei und arbeitete bei der Stadtbücherei. 1958 starb er unverheiratet an den Folgen eines Herzinfarktes.

Quelle: RP
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