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Remscheid
Trotz Problemen: Kino soll 2018 eröffnen

Trotz Problemen: Kino soll 2018 eröffnen
Auf der Baustelle herrscht seit Weihnachten Stillstand. FOTO: Roland Keusch
Remscheid. Am Hauptbahnhof soll ein Filmpalast errichtet werden. Allerdings herrscht seit Weihnachten Stillstand. Der Betrieb, der mit den Rohbauarbeiten beauftragt worden war, ist in finanzielle Schieflage geraten. Am 14. Februar soll es weitergehen. Von Frank Michalczak

Anwohner und Passanten blicken am Remscheider Hauptbahnhof seit Wochen auf eine Baustelle, auf der es nicht vorangeht. Dort, wo das neue Kino Konturen annehmen soll, herrscht Stillstand. Das aber soll sich am 14. Februar ändern, wie Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz berichtet: "Die Baufirma Kropp will die Arbeiten jetzt selber übernehmen und hat mir diesen Termin genannt."

Das Unternehmen mit Sitz im hessischen Großenlüder bei Fulda hatte das Grundstück von der Stadt Remscheid gekauft und will dort einen Filmpalast errichten, der von der Kette Cinestar betrieben wird. Mit den Rohbauarbeiten habe Kropp einen anderen Betrieb beauftragt, der zuletzt in finanzielle Schieflage geraten sei. "Am 18. Januar hat das Unternehmen davon erfahren, dass ein vorläufiges Insolvenzverfahren gegen diese Firma eröffnet wurde", sagt der OB. Bereits seit Weihnachten sei kein Baufortschritt erkennbar gewesen. "Um den Erfolg des Projekts nicht zu gefährden", werde nun die Firma Kropp die Arbeiten in Eigenregie fortsetzen, fügt Mast-Weisz hinzu.

Natürlich führe das Ganze zu Verzögerungen im zeitlichen Ablauf. Der OB verweist aber auf eine klare Aussage, die er von den Investoren erhalten habe: "2018 wird das Kino eröffnet." Er sehe keinen Anlass, an der Seriosität dieser Prognose zu zweifeln. Schließlich sei dies nicht das erste Projekt, das Kropp in Zusammenarbeit mit Cinestar umgesetzt habe. In Fulda, in der Nähe des Unternehmenssitzes, errichtete der Betrieb bereits einen Filmpalast, der von der Kinokette betrieben wird.

Der Geschäftsführer des Bauunternehmens, Willi Kropp, schaute nun in Remscheid vorbei, um das weitere Vorgehen mit dem OB zu besprechen. "Wir werden nächste Woche mit einem kleinen Trupp anfangen - und dann gehen wir in die Vollen." 15 bis 20 Mitarbeiter werden zum Hauptbahnhof geschickt, die den Rohbau bis Mai fertigstellen sollen. Danach beginnen die Arbeiten im Inneren des Gebäudes "Fast alle Aufträge sind vergeben. Um die Elektroarbeiten kümmert sich zum Beispiel ein hiesiges Unternehmen", berichtet Projektleiter Marc Engel. Fertig soll das Kino im Dezember sein.

Dass die Firma Kropp überhaupt ein Unternehmen mit den Arbeiten beauftragt hatte, habe an mehreren Faktoren gelegen. Zum einen spielte die große Entfernung zwischen Großenlüder und Remscheid eine Rolle. Zum anderen warb das Unternehmen mit Sitz in Bocholt bei der Firma Kropp damit, dass es ohnehin Großaufträge in Remscheid zu erledigen habe. Maschinen und Mitarbeiter seien vor Ort. Zudem seien die Referenzen positiv gewesen. Der Betrieb habe unter anderem Verwaltungsgebäude für eine große Discounter-Kette errichtet, erklärt Willi Kropp. Die Grundarbeit, die in Remscheid geleistet wurde, bezeichnet Projektleiter Engel als "gut". Allerdings müssten einige Mängel behoben und Restarbeiten erledigt werden.

Die vorhandenen Baukrane werde die Firma Kropp nutzen können. Diese seien ausgeliehen gewesen. "Wir haben dies mit dem Lieferanten vertraglich geregelt", berichtet der Unternehmer.

Das neue Multiplex-Kino der Cinestar-Gruppe entsteht auf der Fläche des Bahnhofsgartens. Zwischen elf und zwölf Millionen Euro wollen die Partner in das Kino investieren. Wenn es fertig ist, erhält die 112.000 Einwohner zählende Stadt etwas zurück, was Filmfans schon seit über fünf Jahren schmerzlich fehlt: An der Alleestraße schloss 2012 mit dem Metropol das letzte Kino seine Pforten. Seit 2004 ist das Union Theater am Markt Geschichte.

Quelle: RP
 
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