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Remscheid
Türken demonstrieren friedlich für Demokratie

Türken demonstrieren in Remscheid
Türken demonstrieren in Remscheid FOTO: Moll, J�rgen
Remscheid. Weil nur 350 Menschen am Demonstrationszug teilnahmen, änderte die Polizei die Route zur Kundgebung an der Konzertmuschel. Von Anna Mazzalupi

Deutlich weniger Menschen als erwartet beteiligten sich gestern an dem Demonstrationszug für die Demokratie, zu der die Ditib-Gemeinde Remscheid aufgerufen hatte. Nach Einschätzungen der Polizei liefen rund 300 bis 350 türkischstämmige Mitbürger vom Hauptbahnhof über die kurzfristig geänderte Route -Bismark-, Allee- und Hindenburgstraße - zur Konzertmuschel im Stadtpark mit. Darunter waren viele Familien, Frauen mit Kinderwagen und Jugendliche, die stolz die türkische Flagge schwenkten oder um den Körper trugen.

Die Organisatoren der Demo hatten eigentlich mit bis zu 5000 Teilnehmer gerechnet. Deshalb standen auch bis zu 200 Beamte bereit, um unter anderem den Verkehr zu regeln. Weil der Zug jedoch so klein war, wurde die Bundesstraße nicht gesperrt und die Route entsprechend umgeändert. "Es war eine friedliche Stimmung, es gab keine Störungen", beschrieb Polizeisprecher Christian Wirtz den Ablauf der Demonstration.

Zur Kundgebungen fanden sich noch weitere Teilnehmer ein, die, begleitet von türkischer Musik, für ein rotes Fahnenmeer an der Konzertmuschel sorgten. Insgesamt nahmen nach Polizeischätzungen rund 400 Menschen an der Veranstaltung teil. Es wurden Videos aufgezeichnet oder Selfies im Fahnenmeer geschossen. Die Stimmung wirkte ausgelassen, fast schon heiter. "Wir sind hier hingegangen, damit wir zeigen, dass wir für die Türkei da sind. Wir sind für die Demokratie und gegen den Putsch", erklärten die Schwestern Dilana (18) und Aleyna (13).

Nachdem ein Großteil der Veranstaltung auf Türkisch gehalten wurde, gab es eine Gedenkminute für die Opfer des Putschversuches. "Wir sind für die Demokratie, für das Deutsche Grundgesetz, und wir machen diese Veranstaltung, weil wir das im Rahmen dieser Demokratie machen dürfen", betonte der stellvertretende Organisator der Demo, Mustafa Esmer. Es sein kein Erdogan-Marsch, sondern eine Demonstration für die Demokratie, hob er hervor.

Redner Metehan Capaci, der im Solinger Jugendrat aktiv war, äußerte sich kritisch zum Verhalten der deutschen Regierung und zum Vorwurf gegenüber Türken, Erdoganisten zu sein. "Hunderte von Menschen haben sich nicht für einen Staatspräsidenten vor den Panzer gestellt", erklärte Capaci mit emotionaler Stimme. Deutschlands innerpolitische Probleme sollten nicht durch die Darstellung türkischer Probleme "vertuscht werden", forderte er. Auch die Berichterstattung der Medien kritisierte er scharf. Für seine Worte erhielt Capaci viel Zustimmung und Beifall der Demonstranten.

Fotos unter www.rp-online.de

Quelle: RP
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