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Remscheid
Über den Baumwipfeln des Bergischen

Remscheid. In Waldbröl ist ein Naturerlebnispark entstanden. Panarbora bietet mit seinem Baumwipfelpfad einen berauschenden Ausblick. Von Horst Rosen

Mit mehr als 35.000 Besuchern seit der Eröffnung im Herbst 2015 gehört Panarbora, der Baumwipfelpfad im oberbergischen Waldbröl, zu den Superlativen, die das Bergische Land zu bieten hat. Und das, obwohl noch einige Bereiche nicht fertiggestellt sind.

Panarbora ist ein Kunstwort. "Pan" war in der griechischen Antike der Gott des Waldes. Als Vorsilbe steht "Pan" auch für allumfassend. "Arbor" ist das lateinische Wort für Baum. Dieser Baumwipfelpfad als Herzstück eines Naturerlebnisparks ist der einzige in Nordrhein-Westfalen. Er ist europaweit eine einzigartige Kombination aus Natur, Erlebnis und Umweltbildung mit einer Länge von 1635 Metern.

Der 40 Meter hohe Aussichtsturm ragt im Waldgebiet von Waldbröl-Nutscheid aus dem Wald empor. Er ist barrierefrei gebaut, also ohne Stufen bis zur obersten Plattform. Eine recht breite, aus Holz und Stahl gebaute Spirale bahnt sich den Weg nach oben. Was für eine Aussicht in die mit Bäumen und Feldern übersäte bergische Landschaft bekommt der Besucher von diesem Aussichtspunkt! Bei klarem Wetter kann man den 50 Kilometer entfernt gelegenen Kölner Dom sehen. Auf zwei Ebenen kann der Besucher den Turm verlassen und sich auf den Rundweg durch die Baumkronen von Fichten und Buchen machen.

Eltern brauchen sich nicht zu sorgen, dass ihre Sprösslinge sich zu weit über die recht hohe Brüstung beugen. Auch Personen mit Höhenangst sei gesagt, dass diese nicht eintritt. An keiner Stelle kann man durch die dicken Holzbohlen schauen. Der Blick führt nur in der Regel geradeaus. Ausnahmen sind die Eck- bzw. Ausblickpunkte. Dort kann man tief nach unten in das Untergehölz blicken und erfährt sogleich die Erhabenheit eines Vogels, der vielleicht in einer der unzähligen, sich ruhig bewegenden Baumkronen einen Ruheplatz sucht.

Unterhaltsam verpackt, gliedert sich der luftige Waldlehrpfad in sechs, teils interaktive Lern- und Erlebnisstationen. Die Wissensvermittlung erfolgt plakativ und ist insbesondere für Familien mit Vorschulkindern und Schulklassen spannend. So können die kleinsten Besucher den Wald über haptische Eindrücke entdecken, beispielsweise in Form von Memory-Spielen, Puzzeln, Drehscheiben oder Waldbrettspielen. Mit der kostenfreien App - am Eingang erhältlich - gibt es an unerwarteter Stelle immer wieder spannende Geräusche, Tierstimmen oder sprechende Comics im Jugendjargon.

Auf großen Screens und Tafeln werden Fotos, Texte und Filme präsentiert. Mit der Ausstellung ist es in der Region erstmals gelungen, Informationen rund um das Waldleben aus sehr unterschiedlichen Fachbereichen zusammenzutragen und für ein breites Publikum erlebnispädagogisch aufzubereiten. Entwickelt und inhaltlich aufgearbeitet wurde das Konzept unter Mitwirkung der Biologischen Station Oberberg (BSO), dem Bund für Umwelt und Naturschutz NRW (BUND) dem NABU NRW sowie dem Waldbauernverband NRW. An sechs Wissensstationen in den Bäumen vermitteln Filme, Bilder, Grafiken und Spiele Einblicke in Flora und Fauna. Die kleinsten Gäste entdecken den Wald beim Memory und Puzzeln, mit Drehscheiben und Waldbrettspielen.

Unten am Boden wieder angekommen, geht es weiter durch Sinnesparcours, Heckenirrgarten und ein Informationsportal mit Wasser- und großem Abenteuerspielplatz. Daran schließen sich drei mächtige globale Dörfer an, die allerdings noch nicht alle fertig sind. In den Dörfern werden demnächst jeweils 36 Betten in afrikanischen Hütten, asiatischen Jurten und südamerikanischen Stelzenhäusern angeboten. Ergänzt wird das Angebot durch die Naturerlebnisakademie mit drei Seminarräumen für Schulklassen oder Firmen. Ein Restaurant mit 200 Sitzplätzen und familienfreundlichen Preisen ist auch vorhanden.

Quelle: RP
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