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Remscheid
Unter Jubel in die Rente

Remscheid. Schüler des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums verabschiedeten Hausmeister Klaus Broszkos. Von Cristina Segovia-Buendía

Besonders ereignisreich ging es gestern am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium zu: Nach über 25 Dienstjahren wurde Hausmeister Klaus Broszkos (63) feierlich von der Schülerschaft verabschiedet. Doch bevor er ging, brachte er als eine seiner letzten Amtshandlungen und im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus in der Stadt ein Respektschild am Schuleingang an.

Während einer der Lehrer den Hausmeister ablenkte, formierten sich die Schüler auf dem Schulhof zu fünf großen Lettern, die ihrem langjährigen Hausmeister gewidmet waren: Ein großes Danke war dort zu lesen als Klaus Broszkos schließlich von der Mensa hinab auf den Schulhof blickte. Die Schüler klatschten und jubelten ihrem Hausmeister lauthals zu. "Sie waren für uns weitaus mehr als nur ein Hausmeister", riefen die beiden Schülervertreter, Amit Geiler und Julian Spaar durch das Mikrofon. In der Future AG, die sich um eine nachhaltige Schule bemüht, habe er von Beginn an mitgewirkt, die zwei Solar-Anlagen der Schule bedient und gewartet "und uns mit Nervennahrung für Pause und Unterricht im Kiosk versorgt." Ein Mann für alle Fälle. "Sie haben für diese Schule gelebt und das hat man gemerkt." Für dieses "Lebenswerk" verliehen sie ihm im Namen der Schülerschaft einen goldenen Besen.

Dem angehenden Rentner werden viele Erinnerungen bleiben, sagte er im Anschluss: etwa der persönliche Händedruck von Hardy Krüger Senior bei einer Lesung in der Schule oder die Beherbergung von Jugendlichen bei Weltjugendtag oder Landessportfest. "Vermissen werde ich vielleicht das Gefühl, gebraucht zu werden", gab er nachdenklich zu. Den Schülern will er aber weiterhin, als Teil des Future-Teams erhalten bleiben. "Da werde ich weiter jeden Freitag dazukommen, um zu schauen, wo noch Energie eingespart werden kann."

Als letzte Amtshandlung brachte Broszkos das Respektschild am Schuleingang an. Ein Zeichen gegen Rassismus, machte Schülersprecher Francesco Lo Pinto bei seiner Anspreche deutlich: "Obwohl wir so viel Zeit miteinander verbringen, ist uns gar nicht bewusst, mit wie vielen unterschiedlichen Nationalitäten und Kulturen wir hier zusammen lernen", sagte der 14-Jährige und fügte hinzu: "Rassismus gehört nicht in unsere Schule und auch nicht in unsere Gesellschaft." Schließlich sangen die Schüler gemeinsam das Lied "Imagine" von John Lennon. Ein Gänsehautmoment, der Broszkos bestimmt auch in Erinnerung bleiben wird.

Quelle: RP
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