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Remscheid
Urnenbestattung liegt weiter im Trend

Remscheid. Bestattungskultur änderte sich. Anteil an Erdbestattungen ging laut TBR zurück. Neue Friedhöfe werden nicht benötigt. Von Stefanie Bona

Die sich verändernde Bestattungskultur hat in Großstädten massive Auswirkungen auf die bestehende Friedhofslandschaft. Nicht so in Remscheid, zumindest was die städtischen Flächen angeht. Etwa ein Drittel der Friedhöfe gehören der Stadt, der Rest befindet sich im kirchlichen Eigentum. Genau wie die Kommune haben die Kirchengemeinden - evangelisch und katholisch - in den letzten Jahren auf den zunehmenden Wunsch neuer Bestattungsformen reagiert und Urnenwände oder Rasengräber angelegt.

In Lennep hat die Evangelische Kirchengemeinde ein lange als Erweiterungsfläche vorgesehenes Gelände zur Wohnbebauung genutzt. Wie berichtet, entstehen "An der Tuchwiese" drei Häuser für Seniorenwohnen. Der Waldfriedhof Reinshagen, der Parkfriedhof Bliedinghausen, der Waldfriedhof Lennep und der Begräbniswald "Im Kempkenholz" sind städtisch und werden von den Technischen Betrieben Remscheid (TBR) betrieben. "Die Entwicklung bei uns ist nicht so dramatisch wie in vielen Metropolen", sagt Oliver Jilk, bei den TBR zuständig für das Friedhofswesen. Natürlich gebe es ungebrochen den Trend zur Urnenbestattung. "Trotzdem halten sich die Freiflächen bei uns noch in Grenzen."

In den 1970er Jahren sei man noch davon ausgegangen, dass der Platz für Bestattungen in Remscheid nicht ausreichend sein werde. "Da gab es Gutachten, um nach neuen Standorten für weitere Friedhöfe zu suchen", erinnert sich Jilk. Doch dann habe sich der Wandel recht plötzlich abgezeichnet. Erdbestattungen gingen zunehmend zurück, neue Flächen wurden nicht mehr benötigt.

In Remscheid gibt es relativ stabil zwischen 1200 und 1300 Sterbefälle im Jahr. Die Beerdigungen verteilen sich mit kleinen Schwankungen relativ gleichmäßig auf die kommunalen und kirchlichen Friedhöfe. So geht Jilk davon aus, dass an den bestehenden Orten weiterhin bestattet wird. Einen Friedhof oder Teilflächen zu entwidmen, dauere Jahrzehnte. Hinsichtlich der Pflege von Wegen und Grünflächen und der daraus entstehenden Kosten versuche man allerdings, die Gräber etwas zu konzentrieren. So werde zum Beispiel versucht, auf dem Waldfriedhof Reinshagen an den Rändern nicht mehr zu bestatten. Wenn dort aber bereits ein Familien- oder Doppelgrab besteht, werde der Wunsch auf eine weitere Beerdigung nicht verwehrt.

Oliver Jilk beobachtet, dass sich die Angehörigen einen Ort zum Trauern und zum Wachhalten der Erinnerung wünschen, den Pflegeaufwand aber scheuen. Diesem Wunsch trage man mit den Kolumbarien und pflegefreien Rasengräbern Rechnung. Dass die Gebühren auf den kommunalen Friedhöfen teurer seien als auf denen der Kirchengemeinden sei falsch. "Dieser Ruf hinkt uns seit 40 Jahren hinterher", bedauert Oliver Jilk. Er kann Hinterbliebenen oder auch Menschen, die für ihre eigene Bestattung Vorsorge treffen möchten, nur raten, einen genauen Preisvergleich anzustellen.

"Beim Preis kommt es sehr darauf an, was man sich wünscht. Man muss bei Grab und Bestattung genau schauen, welche Leistung zu welchem Preis angeboten wird. Erst dann kann man vergleichen", rät der TBR-Mitarbeiter.

Quelle: RP
 
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