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Remscheid
Vaillant-Mitarbeiter bangen um Jobs

Remscheid: Vaillant-Mitarbeiter bangen um Jobs
Vaillant-Mitarbeiter haben Angst um ihre Jobs - gestern Morgen kamen sie zu einer Kundgebung vor dem Firmengebäude zusammen. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Demonstration gegen drohenden Stellen-Abbau vor der Firmenzentrale.

Es regnete, war kalt und trostlos gestern Morgen vor der Remscheider Firmenzentrale von Vaillant. Es dürfte die Gefühlslage der etwa 400 Mitarbeiter treffen, deren Arbeitsplätze nach Gewerkschaftsangaben derzeit auf dem Spiel stehen. Das Unternehmen plane, das Gelsenkirchener Werk mit 200 Beschäftigten komplett zu schließen und in Remscheid 200 Stellen abzubauen, da Teile der Produktion ins Ausland verlagert werden sollten.

Vor einer gestrigen Aufsichtsratssitzung im Remscheider Stammsitz von Vaillant kamen Mitarbeiter zusammen, um gemeinsam gegen diese Pläne zu demonstrieren. Vor dem Eingang hatte sich eine dichte Traube aus Menschen gebildet, die mit Schildern, Fahnen und Trillerpfeifen auf ihre Forderungen aufmerksam machten. "Vaillant macht die Bude platt, wer macht unsere Kinder satt?", lautete die Botschaft eines Schildes. "Wenn ich die Arbeit verliere, werde ich vermutlich so schnell keine neue finden, was für mich und meine Familie ein riesiges Problem wäre", meinte ein Mitarbeiter aus dem Gelsenkirchener Werk, der nicht namentlich genannt werden möchte. Viele andere Mitarbeiter wollten sich gar nicht äußern.

Kämpferisch gaben sich die Organisatoren der Versammlung, zu denen unter anderem Vertreter der IG Metall Remscheid-Solingen gehörten. "Von der sozialen Verantwortung, mit der sich Vaillant im eigenen Internetprofil bewirbt, ist nicht mehr viel zu spüren", sagte Norbert Lux, der Gewerkschaftssekretär der IG Metall Remscheid-Solingen, während einer Ansprache an die versammelten Mitarbeiter und erhielt dafür lauten Beifall und Jubel. Lux betonte weiterhin, dass sowohl das Gelsenkirchener Werk als auch der von Stellenstreichungen bedrohte Remscheider Stammsitz Profite abwerfen, so dass die Entlassungen nicht notwendig seien. "Der Standort in Gelsenkirchen muss erhalten bleiben", meinte der Gewerkschaftssekretär und argumentierte, dass in manchen Bereichen die Produktionskosten in Gelsenkirchen sogar niedriger seien, als am angedachten Auslandsstandort. Um den Wert des Gelsenkirchener Werks zu unterstreichen, wolle man trotz der schlechten Nachrichten weiterhin hochwertige Arbeit verrichten und damit die eigene Leistungsfähigkeit unterstreichen. Die Schließung des Werks in der Ruhrgebietsstadt betreffe zudem nicht nur die Vaillant-Mitarbeiter, sondern würde "einen Rattenschwanz hinter sich herziehen", der negative Auswirkungen auf die Region habe.

(hati)
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