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Remscheid
Verein verhilft Erkrankten seit 15 Jahren zur Selbstständigkeit

Remscheid. In 15 Jahren hat sich einiges verändert. Eins ist beim Verein "Seele in Not" jedoch gleich geblieben: Im Mittelpunkt steht nach wie vor der Mensch. Von Anna Mazzalupi

Angefangen als eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit Depressionen im Jahr 2000 hat sich Seele in Not seit der Vereinsgründung 2001 zu einer wichtigen Anlaufstelle für Betroffene entwickelt. "Wir konnten uns damals gar nicht retten, so viel Bedarf war da", erinnert sich Geschäftsführerin und Gründerin Monika Erdmeier an die Anfänge zurück. "Wir haben viele Menschen auffangen können, die nicht das bekommen konnten, was sie brauchten".

Neben Malkursen und dem Sonntagscafé entstand nach dem Umzug in eigene Räume als neues Konzept auch die ehrenamtliche Beratung von Betroffenen durch Betroffene. Das "Café Moccasin" dient in den heutigen Räumlichkeiten an der Hindenburgstraße mit dem Leitgedanken der Inklusion als öffentlicher Treffpunkt für Erkrankte und Menschen mit und ohne Behinderung. "Was vielen mit einer psychischen Erkrankung fehlt, ist das Miteinander, weil sie sich isolieren", erklärt Erdmeier.

Wichtig sei es, nicht die Erkrankung zu sehen, sondern den Menschen. Hauptanliegen ist es, den erkrankten Menschen wieder zur Selbstständigkeit zu verhelfen. Deshalb wurde 2004 das Ambulant Betreute Wohnen ins Programm aufgenommen, für das erstmals auch Fachkräfte eingestellt wurden, die durch Gelder des Landschaftsverbandes Rheinland finanziert werden.

Bis heute ist die Zusammenarbeit zwischen Betroffenen, Angehörigen und Fachpersonal ein zentraler Baustein der Vereinsarbeit. "Man kann Menschen nur erreichen, wenn man auf Augenhöhe arbeitet", betont die Geschäftsführerin. Derzeit profitieren davon 26 Klienten. Der Verein könnte sogar noch weitere aufnehmen.

Zwar sei das Hilfsangebot für psychisch Erkrankte allgemein passender geworden und die Stigmatisierung habe abgenommen. Aber die Vorurteile und Ängste seien nach wie vor da. "Das Problem ist, es gibt immer noch zu wenig Ärzte für Psychiatrie in Remscheid", bemängelt Erdmeier.

Die Arbeit des Vereins war auch nicht immer einfach. "Es ist immer ein Kampf, an Gelder zu kommen", sagt die Geschäftsführerin. Es gebe keine festen Spender, manchmal wurde der Verein etwa durch die Aktion Mensch unterstützt. Deshalb arbeite man im Jubiläumsjahr an einem neuen Konzept, mit dem alles etwas professioneller und somit finanziell stabiler werden soll. So soll die Beratung künftig durch eine Fachkraft ergänzt werden.

Quelle: RP
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