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Remscheid
Verhüllen im Bad geht nur mit Burkini

Remscheid. Morgenpost-Interview mit CDU-Chef Jens Nettekoven über Integrationsfragen findet viel Zustimmung. Von Bernd Bussang

Mit seinen öffentlich geäußerten Sorgen zum Gelingen der Integration hat der Remscheider CDU-Landtagsabgeordnete und Parteichef Jens Nettekoven offenbar einen Nerv unserer Leser getroffen. Das zeigen hohe Klickzahlen, zustimmende Likes und Kommentare bei rp-online und auf unserer Facebookseite. Vor dem Hintergrund von massenhaften Sympathie-Kundgebungen für Erdogan durch türkische Anhänger in Deutschland, den aktuellen Debatten über Burkaverbot und doppelter Staatsbürgerschaft hatte Nettekoven bei einem Redaktionsbesuch Zweifel an der Integrationsfähigkeit und Bereitschaft vor allem türkischer und muslimischer Zuwanderer geäußert, einen gemeinsamen Religionsunterricht für alle Schüler gefordert und einen klaren Standpunkt formuliert: "Es ist immer noch unser Land".

Das stieß auf überwiegend positive Reaktionen von Usern im Netz. "Kritisiert man die Türken, wird man als Nazi dargestellt", schreibt ein User. "Nicht unsere ,Gäste' passen sich an, sondern wir deutschen Bürger müssen uns mit nicht unerheblichen Einschränkungen anpassen", schreibt ein anderer. Doch gibt es auch kritische Stimmen und Pauschalisierungsvorwürfe: "Herr Nettekoven spricht von ,den Türken' als eine homogene Masse, dabei müsste man doch besonders als Christdemokrat dem Individuum Rechnung tragen."

In dem Interview berichtete Nettekoven unter anderem auch von einem Erlebnis im Lenneper Freizeitbad H2O, bei dem er offenbar muslimische Frauen beim Baden mit halblanger Hose und T-Shirt gesehen hat, ohne vom Badepersonal belangt worden zu sein. Badmanager Christian Liese stellt dazu klar: "Das verstößt eindeutig gegen unsere Baderegeln." Aus hygienischen Gründen sei im H2O nur Badekleidung erlaubt. Darunter falle jedoch auch der sogenannte Burkini, ein Badeanzug, der auch Arme, Beine und Teile des Kopfes verdeckt. "Dagegen ist nichts einzuwenden", sagt Liese. Burkinis seien jedoch im Lenneper Freizeitbad selten zu sehen. Liese räumt ein, dass Burkini tragende Frauen im Bad bereits zu Beschwerden und Diskussionen geführt hätten. "Es gibt Gäste, die sich am Burkini stören, andere nicht", sagt der Badleiter.

Eigene Schwimmzeiten für muslimische Frauen gibt es in Lennep nicht und sind auch nicht vorgesehen. Erfahrungen anderer Städte hätten gezeigt, dass es sich wirtschaftlich nicht rechne, so Liese. "Einige Gemeinden haben das probiert und sind zurückgerudert." Auch in der Sauna seien die Regel einer textilfreien Nutzung weiterhin klar gesetzt. Vorstöße einzelner Betreiber einer "Sauna mit Textil" hätten sich nicht durchgesetzt und seien rückläufig.

Quelle: RP
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