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Remscheid
Verkehrsverein bekräftigt Kritik an Hertie-Planung

Remscheid. Der Verkehrs- und Förderverein Lennep hält an seiner Forderung fest, einen Teilbereich des Bürgersteigs vor dem leer stehenden Hertie-Gebäude in Lennep nicht an den Investor zu verkaufen. Dazu gaben die Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung dem Vereinsvorstand Rückhalt, wobei sich zwei Vorstandsmitglieder der Meinung des Vorsitzenden Klaus Kreutzer nicht anschlossen. Von Stefanie Bona

Wie berichtet, soll auf einem Teilstück der öffentlichen Fläche vor dem früheren Warenhaus eine Rollrampe entstehen, über die die Kunden des künftig dort angesiedelten Edeka-Marktes mit dem Einkaufswagen die Waren zum Auto auf dem Parkdeck befördern können. Für Klaus Kreutzer bliebe damit zu wenig Bürgersteig übrig. "Wenn wie beabsichtigt für Frequenz gesorgt wird, muss man dafür sorgen, dass sie auch abgewickelt werden kann." Sollte an dieser Stelle tatsächlich der gewünschte Publikumsverkehr eintreten, könnten Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen kaum aneinander vorbeikommen. Im Übrigen habe er von Seiten des Projektentwicklers Ten Brinke und auch von einem Mitglied der Geschäftsführung von Edeka erfahren, dass die Flächen an dieser Stelle für den genannten Zweck nicht zwingend erforderlich seien.

Kreutzer sieht auf dieser Seite eine Verhandlungsbereitschaft, die er bei der Stadtverwaltung vermisst. "Die Stadt will an ihren Planungen festhalten", habe er von Stadtplaner Robin Denstorff erfahren. "Dem Investor wird der Rote Teppich ausgerollt, und dem Bürger der Teppich weggezogen", monierte er und bekannte, dass er sich die Fristen zur Einlegung von Rechtsmitteln gegen das Vorhaben "genau notiert" habe.

Auch beim Thema DOC bekräftigte der Vorsitzende, dass der Verein die Planungen nur dann mittragen und konstruktiv begleiten werde, wenn verschiedene Punkte eindeutig geklärt seien. Immer noch fehle zum Beispiel ein Ausweichstandort für einen Veranstaltungsplatz, wenn Jahn- und Kirmesplatz wegen des Outletbaus bzw. des Parkhauses wegfielen. Der Vorschlag, den künftigen Parkplatz der DOC-Mitarbeiter an der Ringstraße dafür zu nutzen, sei jedenfalls unter anderem wegen der fehlenden Erschließung mit Kanal-, Wasser- und Stromanschluss keine Alternative. Außerdem müsse die Gewerbesteuer in Lennep bleiben.

Verständnis fehle auch gegenüber der "bergischen Gigantomanie", jeweils ein Outlet in Remscheid, Solingen und Wuppertal errichten zu wollen. Hinsichtlich der Verfahrensdauer ist für Kreutzer "Remscheid mit dem DOC noch lange nicht durch." Und in Wuppertal werde sich in den nächsten fünf bis sieben Jahren gar nichts bewegen. "Die Fehler, die dort in der Offenlage gemacht wurden, sind nicht heilbar, außer durch eine neue Offenlage", sagt Kreutzer.

Quelle: RP
 
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