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Randale bei Bezirksligaspiel in Remscheid
Videos sollen Gewalttäter überführen

Randale bei Bezirksligaspiel in Remscheid: Videos sollen Gewalttäter überführen
Auch Polizeireiter waren am Röntgenstadion im Einsatz, um randalierende Fans zu bändigen. FOTO: Moll, J�rgen
Remscheid. Beim Fußball-Bezirksligaspiel zwischen dem FC Remscheid und Union Solingen ist es am Wochenende zu heftigen Ausschreitungen gekommen. Nun beginnt die Aufarbeitung der Geschehnisse. "Einerseits bin ich verzweifelt, andererseits ratlos, wie wir solchen Situationen Herr werden", sagt der Vorsitzende des zuständigen Fußballkreises.  Von Bernd Bussang und Michael Tesch

Beleidigung, Sachbeschädigung, Landfriedensbruch, Vermummung und Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz (Abschießen von Leuchtraketen) - die Liste der Vorwürfe gegen randalierende Anhänger beim bergischen Bezirksliga-Derby FC Remscheid gegen Union Solingen ist lang. Sechs Anzeigen wurden bisher geschrieben, doch sollen es nach Einschätzung der Polizei noch weit mehr werden. "Wir werten derzeit die Videoaufnahmen aus und werden versuchen, weitere Straftäter zu identifizieren", sagt Polizeisprecher Christian Wiertz.

Die Aufnahmen hatten Polizisten bei dem Einsatz am Sonntag im und rund ums Röntgenstadion gemacht. Dort war es nach Spielende zu massiven Gewalttaten gekommen, Union-Fans hatten das Zelt eines Getränkestands zerlegt und waren mit den eisernen Stützstangen auf Anhänger des FC Remscheid losgegangen. Starke Polizeikräfte griffen ein und verhinderten Schlimmeres. Später ging noch die Fensterscheibe eines Busses der Stadtwerke zu Bruch, mit dem die Solinger zurück zum Bahnhof gebracht werden sollten. Zwei verletzte Polizisten, vier verletzte Gewalttäter, so lautete die vorläufige Bilanz. Die Kosten für den Einsatz beziffert die Polizei auf "einige zehn-tausend Euro" .

Mehr als 100 Polizisten im Einsatz

Im Präsidium in Wuppertal läuft unterdessen die Manöverkritik. "Uns war klar, dass es ein Risikospiel werden würde", sagt Wiertz. Entsprechend habe sich die Polizei aufgestellt, Teile einer Hundertschaft waren alarmiert, ebenso Beamte von Reiter- und Hundestaffel mit ihren Tieren. Doch dann kam alles offenbar schlimmer als erwartet. Als die Randale losbrach, forderte die Polizei Verstärkung an. Am Ende waren mehr als 100 Polizisten im Einsatz, um die Gewalttäter zu bändigen, die Fanblocks zu trennen und die Solinger Anhänger zurück auf ihren Weg aus der Stadt zu bringen.

Und welche Konsequenzen ergeben sich für den Sport? Der FC Remscheid reagierte postwendend auf seiner Website. Noch am Sonntag Abend verurteilte der Verein "aufs Schärfste die Angriffe auf unsere Mitarbeiter, den Sicherheitsdienst und die Einsatzkräfte der Polizei." Hier wären "Grenzen deutlich überschritten" worden. Auch der Vorstand des BSC Union hat auf die Vorfälle reagiert. "Wir verurteilen aufs Schärfste die Ausschreitungen einiger Pseudo Union-Fans und distanzieren uns von dem Geschehen", erklären Rüdiger Niederberger und Erwin Scharpel auf der Webseite des Vereins.

Allerdings machen die Funktionäre des Fußball-Bezirksligisten auch deutlich: "Die meisten ,Fans', die in Remscheid anwesend waren, sieht man weder bei den Heimspielen noch den Auswärtsspielen der Union." Trotzdem verspricht der Union-Vorstand, entschieden gegen die Randalierer vorzugehen, "sofern sie unseren Fans angehören, die normalerweise die Spiele der Union besuchen".

Rivalität aus Bundesligazeiten

"Einerseits bin ich verzweifelt, andererseits ratlos, wie wir solchen Situationen Herr werden", erklärte Torsten Barkhaus. In Bezug auf die Ausschreitungen erklärt der Vorsitzende des Fußballkreises Solingen: "Diese Leute fühlen sich einer Situation verbunden, die es seit vielen Jahren nicht mehr gibt." Denn die Rivalität zwischen den beiden Vereinen basiert auf gemeinsamen Zeiten in der 2. Bundesliga, die bekanntermaßen bereits Jahrzehnte zurückliegen.

Barkhaus kündigt an, das Gespräch mit der Union zu suchen, um den Verein in seinem Bestreben zu unterstützen, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Allerdings betont der Kreisvorsitzende, dass ihm bei manchen Sanktionen die Hände gebunden sind: "Da es sich um die Bezirksliga handelt, müssen Maßnahmen grundsätzlich vom Verband ausgesprochen werden."

Und im Hinblick auf das Rückspiel betont Barkhaus: "Möglich, dass da der Verband reagiert oder die Stadt und Polizei sagen, dass aufgrund der Konstellation das Spiel nicht zugelassen wird."

Quelle: RP
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