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Remscheid
Viel Engagement für Bildung und Integration

Remscheid: Viel Engagement für Bildung und Integration
Tevfik Baylan (l.) ist für die Öffentlichkeitsarbeit im Türkischen Kulturverein FOTO: Moll, Jürgen (jumo)
Remscheid. Seit über 40 Jahren organisiert der Türkische Kulturverein ATIB kulturelle Angebote, Bildungsprogramme und religiöse Veranstaltungen. Von Hagen Thiele

An der Industriestraße verbirgt sich auf 3000 Quadratmetern die Heimat eines Vereins, der das Leben in Remscheid seit 1974 mitgestaltet und doch nur wenigen Remscheidern bekannt ist. "Seit über 40 Jahren bieten wir den Remscheider Bürgern Kultur, Bildungsangebote und religiöse Veranstaltungen", sagt der Vorsitzende des Türkischen Kulturvereins ATIB, Mustafa Bayrak. Über 275 Mitglieder zählt der Verein, darunter sind etwa 100 Jugendliche.

"Wir sind gut integriert", meint Tevfik Baylan aus dem Vorstand des Vereins, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Ein Schlüssel dafür sei es, gerade den Jugendlichen Zukunftsperspektiven zu bieten, die es schwer haben. Dafür setzt der Verein auf Aktionen wie zuletzt eine vom Land NRW geförderte Informationskampagne zum Thema Berufswahl und Ausbildung.

Mitte September soll die nächste Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem kommunalen Integrationszentrum folgen. Unter dem Stichwort "Kein Abschluss ohne Anschluss" wollen die Organisatoren Schülern und Eltern zeigen, welche Beratungsstellen bei schweren Phasen in der Schule helfen können. Außerdem bietet der Verein über zwei Lehrerinnen für das kommende Schuljahr Nachhilfestunden in Deutsch, Englisch und Mathematik an. "Das Angebot steht allen offen und ist nicht nur für Mitglieder", betont Baylan. Interessenten können sich an den Verein wenden.

Darüber hinaus bietet der Verein Kindern und Jugendlichen auch Freizeitangebote. Bolzplatz, Volleyballfeld, Billardzimmer und Jugendtreffs, wo etwa gemeinsam Fußball geschaut wird, gehören dazu.

"Ich bin seit 20 Jahren hier im Verein. Er ist wie eine Familie", meint Güven Uzun, ebenfalls aus dem ATIB-Vorstand. In der neuen Mädchengruppe habe man zuletzt Theaterstücke und Sketche einstudiert. "Es ist schön, etwas außerhalb der Schule machen zu können", meint die 16-jährige Meryem Boyukodabasi und betont, dass die Jugendlichen im Verein viele Möglichkeiten haben.

Für die gläubigen Muslime gibt es einen Gebetsraum, der ebenfalls allen - also auch Nicht-Mitgliedern - offensteht. Zu gemeinsamen Festen wie Ramadan kommen deutlich mehr Menschen in das Vereinsheim. Wie auch alle anderen anfallenden Kosten finanziert der Verein solche großen Feiern mit Mitgliederbeiträgen und Spenden. Dennoch lassen sich solche Großveranstaltungen nur umsetzen, weil alle mithelfen.

"Jeder trägt seinen Teil dazu bei", sagt der Chef der Öffentlichkeitsarbeit stolz und betont, der Verein sei unpolitisch und habe keine parteiliche Zugehörigkeit, sei es hierzulande oder in der Türkei. "Den Mitgliedern steht natürlich offen, was sie wählen", sagt Baylan, der sich persönlich mehr für die deutsche Politik interessiert.

Mit dem Thema Religion geht der Verein sehr offen um und blickt sorgenvoll auf die öffentliche Wahrnehmung, die religiöse Extremisten verzerren. "Schwarze Schafe gibt es überall", meint Baylan. Mit dem Tag der offenen Moschee Anfang Oktober möchte man Aufklärungsarbeit leisten und Vorurteilen vorbeugen.

Kontakt: Industriestraße 25b. Schriftführer Orhan Sönmezcicek: "mailto: soenmezcicek.orhan@web.de" Tevfik Baylan: "mailto: t.baylan@t-online.de"

Quelle: RP
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