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Ansichtssache
Viel ist in Bewegung geraten - aber noch wenig ist im Ziel

Remscheid. Ein sichtbares Zeichen der Veränderung könnte der Stimmung im Rat gut tun. Zwei neue Mitspieler machen dafür Hoffnung.

Die Pressekonferenz, bei der Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) in dieser Woche den neuen Baudezernenten Peter Heinze vorstellte, war ein Spiegelbild der aktuellen Situation im politischen Raum.

Während der neue Stadtentwickler und Wirtschaftsförderer aufzählte, auf welch gutem Wege sich die Stadt unter anderem mit einem durchgeplanten DOC-Projekt und einem gut bestückten Fördertopf für den Umbau der Alleestraße und den Ebert-Platz befinde, unterbrach der OB den Vortrag, um zu einer aktuellen Diskussion Stellung zu nehmen. Die CDU hat ihn mit deutlichen Worten zum Handeln aufgefordert, damit sich die Bürger vor allem auf der unteren Alleestraße endlich sicherer fühlen können. Der OB warnte davor, den Standort, in den gerade so viel Arbeit und Fördergeld fließt, herunter zu reden, verwies auf Aktivitäten des Ordnungsdienstes und der Polizei und natürlich auf die vielen geplanten Schritte im Revitalisierungskonzept für die Innenstadt.

Recht haben irgendwie beide Seiten. Auf der Allee ist viel angeschoben worden, Stadt und ISG mühen sich nach Kräften um Verbesserungen. Der neue Ebert-Platz ist auf dem Weg. Doch bis die ersten Dinge sichtbar werden, wird es noch dauern. Zeitgleich aber werden Geschäftsinhaber auf der Einkaufsmeile in der Nacht regelmäßig ausgeraubt, schließen Billigst-Läden langfristige Mietverträge ab, lassen vollmundig angekündigte Großprojekte von Immobilien-Besitzern weiter auf sich warten. Zu allem Überfluss ist der Brunnen vor dem Alleecenter seit Monaten eingezäunt und wird jetzt zur schmuddeligen Laubfalle.

Im grauen November fehlt den grundsätzlich eher skeptischen Remscheidern gerade der euphorisierende Lichtblick. Und die CDU lässt keine Gelegenheit aus, den OB mit Anfragen zum Sachstand der vielen angeschobenen Projekte zu piesacken.

In dieser Gemengelage ist es eine gute Nachricht, dass gleich zwei wichtige Positionen in der Verwaltungsspitze nun besetzt sind. Bei Koordinator Dietmar Klee laufen die Fäden für das DOC zusammen, er soll nun auch ein Auge auf die Kommunikationsstrategie zum Millionenprojekt haben. Gerade im aktuellen Schwebezustand ist das wichtig.

Mit Peter Heinze hat die Stadt nach zehn Jahren Unterbrechung wieder einen Baudezernenten. Sein Einstand im Stadtentwicklungsausschuss war vielversprechend.

Quelle: RP
 
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