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Geschenke-Aktion (2)
Viele bescheidene Weihnachtswünsche

Geschenke-Aktion (2): Viele bescheidene Weihnachtswünsche
Herbert Kalyta würde er sich in diesem Jahr über eine Strickjacke der Größe XL in blau, grau oder schwarz freuen. Foto: Jürgen Moll FOTO: Moll Jürgen
Remscheid. Herbert Kalyta wünscht sich eine Strickjacke. Er gehört zu den Senioren, die bei der Aktion von Barmer und Morgenpost bedacht werden. Von Anna Mazzalupi

Herbert Kalyta wollte etwas zurückgeben von dem, was er an Hilfe und Unterstützung in den ersten Wochen und Monaten in der Stockder Stiftung vor fünf Jahren erfahren hat. Deshalb engagierte er sich für zwei Wahlperioden im Beirat des Altenheims, setze sich für die Interessen seiner Mitbewohner ein.

Überhaupt ist der 74-Jährige aktiv, nimmt an vielen der Aktivitäten mit seiner Freundin teil, die er vor dreieinhalb Jahren in der Einrichtung kennenlernte. Montags geht es zum Tanzen, dienstags zum Körpertraining, mittwochs dann zum Singen und donnerstags wird gekegelt. Dass der Senior bei den Veranstaltungen mitmachen kann, ist aber keine Selbstverständlichkeit. Denn vor fünf Jahren erlitt er während einer OP für einen dreifachen Bypass gleich mehrere Schlaganfälle.

Ein Teil dieser Zeit fehlt ihm in seiner Erinnerung. Das Sprechen und vieles andere musste er wieder neu lernen. "Ich habe mich aber nie aufgegeben", sagt Kalyta, der sich wieder zurück ins Leben gekämpft hat. Seit einem Jahr ist er auf einen Rollstuhl angewiesen. Außerdem kann er nur schemenhaft sehen. Doch der gelernte Universalfräser lässt sich nicht unterkriegen und macht alles, so gut er kann. Es gebe viele in der Einrichtung, die es noch schlimmer getroffen habe als ihn, betont er - und bleibt dabei ganz bescheiden.

Weil er nicht mehr richtig sehen kann, klappt es mit dem Telefonieren nicht mehr so wie früher. Immer jemanden darum zu bitten, für ihn die Nummer zu wählen, möchte er nicht. Aus diesem Grund hat der gebürtige Oberschlesier, der 1958 nach Remscheid kam, nur noch wenig Kontakt zu seinen noch lebenden Geschwistern. Seine beiden Kinder sieht er auch nur selten, da sie nicht in der Nähe wohnen.

So wie Herbert Kalyta ergeht es auch anderen Bewohnern, die keine Angehörige mehr haben oder diese nicht oft sehen können, erklärt Gabriele Radig vom Sozialen Dienst der Stiftung. Um diesen Senioren eine kleine Freude zu machen, erfüllen bei der jährlichen gemeinsamen Aktion der Morgenpost und der Krankenkasse Barmer die BM-Leser die kleinen Wünsche von Bewohnern der Stockder Stiftung und von Haus Lennep.

"Wenn wir rumgehen und nach den Wünschen fragen, ist immer erst einmal ein großes Erstaunen da, dass es Menschen gibt, die einen nicht kennen und trotzdem beschenken", erklärt Gabriele Radig. Herbert Kalyta war bereits drei Mal dabei und mag die schöne Atmosphäre bei der kleinen Feier, in deren Rahmen die Geschenke schließlich überreicht werden. Das Programm, zu dem auch Musik gehört, sei spitze.

"Die Geschenke sind immer liebevoll gestaltet und oft ist noch eine Kleinigkeit zusätzlich dabei", erzählt Radig. Womit man Herbert Kalyta eine Freude machen kann? "Ich weiß, dass er gerne geräucherte Würstchen isst", verrät sie mit einem Lachen. Kein Einwand von Herbert Kalyta. Nur weich sollten sie sein. Außerdem würde er sich in diesem Jahr über eine Strickjacke der Größe XL in blau, grau oder schwarz freuen.

Quelle: RP
 
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