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Remscheid
Viele Friedenslichter und ein "Shalom"

Remscheid. Am ökumenischen Friedensgebet im Übergangsheim Wülfingstraße nahmen auch viele Kinder teil. Von Stefanie Bona

Das ökumenische Friedensgebet fand am Donnerstagabend dort statt, wo die Menschen wohl am besten wissen, was es heißt, nicht in Frieden und Sicherheit leben zu können. Im großen Saal des Asylbewerberheims an der Wülfingstraße waren die 90 Bewohner eingeladen, mit den Vertretern der christlichen Kirchen in Remscheid in einer Welt, die durch Kriege und Krisen zunehmend dunkel erscheint, ein Licht der Hoffnung anzuzünden. Viele Symbole und auf eine Leinwand projizierte Bilder begleiteten die etwa halbstündige Andacht. So konnten auch die Flüchtlinge ohne Deutschkenntnisse zumindest eine Ahnung davon bekommen, worum es geht. Die Friedenstaube, Hände, die sich zum Kreis zusammenschließen, aber genauso ein Foto mit Soldatenstiefeln formulierte die Bitte um Frieden auch ohne Worte.

Im Halbkreis gesellten sich zahlreiche Asylsuchende zu den Initiatoren, Kinder nahmen neugierig und aufgeschlossen neben den für sie fremden Erwachsenen Platz. Und wie Eltern in aller Welt nun mal sind, hörte man während der besinnlichen Minuten hin und wieder eine Mutter oder einen Vater ein energisches "Tschscht" zischen, wenn der Nachwuchs zu laut in die Runde plapperte. Freude machte gerade den Kindern das Entzünden eines Teelichts an der großen Kerze in der Mitte. Eifrig stellten sie sich in die Reihe und warteten, bis sie mit Hilfe ihr Licht zum Leuchten brachten. Hartmut Demski, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Lennep, Rony John, Diakon der Katholischen Pfarrgemeinde St. Bonaventura und Heilig Kreuz, oder Volker Beckmann, Vorsitzender der Ökumenischen Initiative Lüttringhausen, sprachen Texte und Gebete und riefen die Weihnachtsbotschaft ins Gedächtnis. Auch wenn Pfarrer i.R. Johannes Haun den Abschlusssegen mit dem jüdischen Friedensgruß "Shalom" und dem "Salam" aus dem arabischen Sprachraum verknüpfte, zeigte das Gebet deutlich, dass die Wurzeln der Veranstalter christlicher Natur sind. Trotzdem war eine große Offenheit zu spüren, so dass sich auch die Muslime unter den Flüchtlingen angesprochen fühlen konnten.

Quelle: RP
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