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Remscheid
Vom Einbruch bis zum Urteil dauert es nur zwei Tage

Remscheid. Vor dem Amtsgericht ist ein 21-jähriger Einbrecher dank dem "Staatsanwalt vor Ort" rasch verurteilt worden. Von Christian Peiseler

Wer als Jugendlicher in Remscheid bei einer Straftat erwischt wird, mit dem wird "kurzer Prozess" gemacht. So ist es einem jungen Mann gestern ergangen, der in der Nacht zu Mittwoch bei einem Einbruch erwischt wurde. Am Tag darauf verurteilte ihn Jugendrichter Dr. Lässig wegen gemeinschaftlichen Diebstahls mit Waffen im sogenannten beschleunigten Verfahren zu einer Jugendstrafe von einem Jahr verurteilt wurde. Die Vollstreckung ist zur Bewährung ausgesetzt. Als Bewährungsauflage muss der Verurteilte unter anderem 200 Stunden Sozialdienst leisten. Das Urteil ist rechtskräftig.

Der zur Tatzeit eben noch Heranwachsende war in der Nacht zum Mittwoch mit einer weiteren Person festgenommen worden, nachdem die Täter - mit einer Dose Pfefferspray bewaffnet - im "Naturgut" in der Freiheitsstraße eingebrochen waren und einen Tresor aufbrachen. Offensichtlich rechneten sie nicht mit dem frühen Arbeitsbeginn der in der dortigen Bäckerei Beschäftigten, die die Polizei alarmierten, heißt es in einer Mitteilung des Gerichts. Gegen den zweiten Einbrecher bestand bereits ein Haftbefehl des Amtsgerichts Remscheid, weil er eine Haftstrafe in der JVA Ronsdorf nicht angetreten hatte. Dort sitzt er nun ein und wartet auf seinen neuen Prozess, heißt es. Die Strafe hat nur einen erzieherischen Nutzen, wenn sie in einem zeitlichen Bezug zur Tat steht. Das ist der Grundsatz für die schnelle Zusammenarbeit zwischen Staatsanwalt und Richter. Gäbe es nicht den "Staatsanwalt vor Ort", müssten Akten von Remscheid nach Wuppertal immer wieder hin und her geschickt werden. Das kann Wochen dauern. Seit zehn Jahren wird dieses in Deutschland einzigartige Modell praktiziert. Mit Erfolg. Intensivtäter gibt es in Remscheid nicht.

Quelle: RP
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