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Remscheid
Vom Food-Blog zum eigenen Kochbuch

Remscheid: Vom Food-Blog zum eigenen Kochbuch
Die gebürtige Remscheiderin Sahrah Golbaz ist Food-Bloggerin und lebt heute in Berlin. Ihre Leidenschaft ist die orientalische Gewürzküche. FOTO: Sahrah Golbaz
Remscheid. Sahrah Golbaz hat eine Zeit lang ihr Geld damit verdient, über Kochabenteuer zu schreiben und Lebensmittel zu fotografieren. Von Tim Harpers

Sahrah Golbaz steht am liebsten in der Küche. Den Kochlöffel schwingen, mit Mehl, Zucker und Butter große Sauereien verursachen - das ist ihre große Leidenschaft. Nicht ungewöhnlich für eine junge Frau in den Zwanzigern. Wäre da nicht dieser eine Umstand, der ihr Hobby eben doch ungewöhnlich macht.

Safran-Krustenreis ist die liebste Beilage der 27-Jährigen. FOTO: Sarah Golbaz

Die 27-Jährige ist Bloggerin, eine sogenannte "Food-Bloggerin" um genau zu sein. Das heißt, im Gegensatz zu vielen anderen passionierten Hobbyköchen kocht sie nicht bloß, sondern sie fotografiert ihre Meisterwerke auch und berichtet darüber im Internet. Die Idee dazu kam der gebürtigen Remscheiderin während ihres BWL-Studiums in Hamburg. "Die Leidenschaft für gutes Essen wurde mir schon in die Wiege gelegt", sagt sie. "Mein Vater ist Iraner, meine Mutter Französin. Während der Uni hatte ich genug Zeit, das umzusetzen, was meine Eltern mir mit auf den Weg gegeben haben." In diesem Zusammenhang wenig überraschend: Ihr Lieblingsrezept ist eine Reminiszenz an ihre orientalische Herkunft - Gegrillte Auberginen mit Frischkäse und Granatapfelkernen. Dazu serviert sie Lamm und Safran-Krustenreis.

Die Arbeit mit Kochlöffel und Kamera sei für sie kreativer Ausgleich. "Da kann ich mich verwirklichen", sagt die junge Frau, die vor kurzem ihr erstes Kochbuch veröffentlicht hat. "Obwohl es ein wirklich zeitaufwändiges Hobby ist." Von der Idee bis zum fertigen Eintrag auf ihrem Blog "Epicee" können schon einmal Tage vergehen. "Auf jeden Fall dauert es aber mehrere Stunden", sagt Sahrah Golbaz. Erst müsse sie das Essen kochen, dann fotobereit machen und schließlich fotografieren. "Wenn wir dann essen wollen, ist es meistens kalt", berichtet die 27-Jährige schmunzelnd. Irgendwann gewöhne man sich aber daran. Wenn die Fotos dann geschossen sind, beginnt die Arbeit am Computer. Mit Profi-Programmen wie Lightroom und Photoshop werden die Bilder bearbeitet. Dann müssen ein Text geschrieben und die Bilder auf der Webseite eingeflochten werden. Ist das erledigt, geht es an die Vermarktung des Beitrags über soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram oder Twitter.

Gegrillte Aubergine mit Frischkäse und Granatäpfeln.

Nach ihrem BWL-Studium und einem Jahr Arbeit in einer Marketingagentur entschied sich Golbaz dazu, ihr Hobby zu ihrem Beruf zu machen. Sie zog nach Brüssel und studierte das Fach "Food-Design". Später arbeitete sie für große Magazinverläge wie Gruner und Jahr als Lebensmittelfotografin und -stylistin. Die Bezahlung sei aber eher mäßig gewesen, erinnert sie sich. "Deshalb bin ich dann auch irgendwann nach Berlin gegangen." Dort kam Golbaz über Freunde, die in der Bundeshauptstadt ein Start-up-Unternehmen führen, das sich auf Gewürzhandel spezialisiert hat, schließlich in Kontakt mit einem größeren Verlag. "Die wollten ein Kochbuch über Gewürze machen, und haben bei meinen Bekannten angefragt", sagt Golbaz. "Die haben mich dann vorgeschlagen, und so kam eins zum anderen." Da einer der Schwerpunkte ihrer Blogs die Gewürzküche sei, habe sich der Verlag auch für sie entschieden. "Ich versuche mich gerne an kreativen Rezepten mit gewissem Anspruch", sagt Golbaz. "Deshalb richten sich Blog und Buch wohl auch eher an ein etwas kocherfahreneres Publikum."

Leben kann die junge Frau von Blog und Fotografie aber nicht mehr. Mittlerweile ist sie wieder im Marketingbereich tätig. Trotzdem: Am liebsten steht sie in der Küche. "Mit Mehl, Zucker und Butter Sauereien verursachen", sagt sie. "Es gibt für mich nichts Schöneres."

Quelle: RP
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