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Remscheid
Von Barock bis Pop - Orgel und Klarinette im Dialog

Remscheid. In kürzester Zeit haben Sylvia Tarhan und Ferdinand Holler ein Programm für das zweite Konzert des diesjährigen Orgelsommers in der Stiftung Tannenhof zusammengestellt, das sich nicht nur hören lassen konnte, sondern bei den zahlreichen Besuchern für Begeisterung sorgte. Weil die ursprünglich angekündigte Organistin Ellen Beinert aus Münster kurzfristig aus Krankheitsgründen absagen musste, sprangen die Kantorin der Evangelischen Kirchengemeinde bei der Stiftung Tannenhof und der inzwischen pensionierte Soloklarinettist der Bergischen Symphoniker ein. Von Stefanie Bona

Der Vortrag war nicht bloß ein Ersatz, sondern überzeugte durch eine eigene Handschrift. Zudem hatte der Auftritt als Duo in der eher ungewöhnlichen Besetzung einen besonderen Reiz, erklingt doch gemeinhin in dieser Konzertreihe die Beckerath-Orgel in der Stiftungskirche solistisch. Die beiden Musiker hatten ein leichtes, sommerliches Programm ausgewählt, von dem Sylvia Tarhan einige Stücke für Klarinette und Orgel bearbeitet hatte.

Wie eine Klammer umschloss die so genannten U-Musik die Kompositionen aus Barock, Romantik und der Kirchenmusik. Zum Auftakt erklang beschwingt die von James Last komponierte Filmmusik zum 1960er-Jahre Streifen "Morgen ist die Welt noch in Ordnung". Prägnant dabei die Klarinette, während die Orgel dazu zurückhaltend den Klangteppich bereitete. Dem Wunsch, dass dem Motto "Orgel in zarten Händen" entsprechend Stücke von Komponistinnen Berücksichtigung finden, kamen die Künstler mit einer Choralbearbeitung des Kirchenliedes "Erfreue dich Himmel, erfreue dich Erde" von Christiane Michel-Ostertun nach. Will man ein Klischee bedienen, trug dieses Stück mit seinen verspielten Weisen tatsächlich eine weibliche Handschrift. In "Wir haben Gottes Spuren festgestellt" aus dem Evangelischen Gesangbuch erinnerte Ferdinand Hollers eloquent gespielte Klarinette hier und da an Klezmermusik. Das berühmte, vornehmlich als "Ave Maria" bekannte Präludium von Johann Sebastian Bach hüllten die Instrumentalisten in wunderschöne Klangbilder.

Pop und Jazz beendete das Konzert, wobei gerade beim "Wild Cat Blues" mit der swingenden Orgel regelrecht Bewegung ins Publikum kam. Mit Humperdincks Abendsegen aus der Oper "Hänsel und Gretel" verabschiedeten sich die Künstler nach einem ausgesprochen farbigen Konzertprogramm. Sehr herzlicher, lang anhaltender Applaus. Beim nächstens Konzert stellen Ursula Wilhelm und Carmen Rattay die Gesänge Hildegard von Bingens vor.

Quelle: RP
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