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Remscheid
Vorhang auf für ein Stück über Heimat

Remscheid: Vorhang auf für ein Stück über Heimat
Gemeinsam erarbeiten sie ein Stück mit dem Titel "Flucht nach vorn": Charlotte Arndt, Agnes Skowronek, Dilara Baskinci und das Theaterteam. FOTO: Moll, Jürgen (jumo)
Remscheid. Caritas und katholische Mission bieten ein Theaterprojekt für Flüchtlinge an, das die positive Seiten des Herkunftslands zeigt. Von Cristina Segovia-Buendía

Der Caritasverband startet nächste Woche zusammen mit der katholisch-italienischen Mission ein Theaterprojekt zum Thema Heimat. Unter dem Titel "Flucht nach vorn" werden Flüchtlinge, gemeinsam mit Remscheidern zwischen 16 und 30 Jahren, ein Stück entwickeln, das zeigt, was Heimat bedeutet. Musikalisch werden sie von dem Royal Street Orchestra unterstützt. Die Proben sind wöchentlich, die Aufführung für Anfang Februar geplant. Weitere interessierte Teilnehmer werden gesucht.

Dass der Begriff Heimat als solcher recht schwierig ist, stellten Projektleiterin Agnes Skowronek sowie Charlotte Arndt und Dilara Baskinci (künstlerische Leitung) fest, als sie ihr neues Projekt bei einer Infoveranstaltung auf Deutsch, Englisch und Französisch vorstellten. Die Übersetzung des Begriffs ließ sich nicht mit einem entsprechenden Wort in der Fremdsprache finden. Acht Flüchtlinge waren im Gemeindesaal St. Suitbertus an der Papenberger Straße 14 b erschienen, an dem Ort, an dem sie künftig wöchentlich für mehrere Stunden an einem eigenen Stück arbeiten und proben werden.

"Wir werden zusammen ein Stück schreiben, mit schönen Erlebnissen aus eurer jeweiligen Heimat, ob Eritrea, Guinea, Afghanistan oder Albanien, und zeigen, was ein positives Heimatgefühl wirklich ausmacht", erklärte Baskinci auf Deutsch und Englisch. Die studierte Kulturwissenschaftlerin übernimmt zusammen mit der Tanz- und Theaterpädagogin Charlotte Arndt die künstlerische Leitung des Projekts. Die Anwesenden zeigten sich angetan von der Idee. "Es wird zwar viel Arbeit werden, streckenweise auch anstrengend, aber es wir auch viel Spaß machen", gab sich Baskinci zuversichtlich.

Die negativen Erlebnisse wollen sie und ihre Kollegin bewusst außen vor lassen: "Über die Kehrseite der Flucht wird zurzeit genug berichtet. Wir wollen die Teilnehmer nicht instrumentalisieren." Stattdessen sollen schöne Gefühle und Gemeinsamkeiten herausgearbeitet werden, die zeigen, dass jeder Mensch - egal, wo er herkommt - ähnliche Wünsche und Bedürfnisse hat und dass Heimat weitaus mehr ist als eine bloße Ortsangabe.

Der Workshop soll aber auch als Begegnung und Sprachförderung dienen, erklärten Baskinci und Arndt. "Für die Flüchtlinge ist es eine gute Gelegenheit, ihre Sprachkenntnisse anzuwenden und zu verbessern", sagte Baskinci, die den Flüchtlingen auch Deutsch beibringt. "Außerdem sollen hier auch Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zusammen kommen und sich austauschen können", sagte Arndt. Projektleiterin Skowronek zeigte sich zuversichtlich: "Die beiden werden das toll hinkriegen."

Quelle: RP
 
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