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Remscheid
Vorsicht bei falschen Forderungen

Remscheid. Die Verbraucherberatung Remscheid warnt vor Abzocke durch vermeintliche Inkassobüros. Von Anna Mazzalupi

Unerwartet liegt ein Schreiben eines Inkassobüros im Briefkasten. Brief und Absender wirken seriös und echt - aber dahinter versteckt sich doch eine Abzocke. Im vergangenen Jahr bescherten solch täuschend echt aussehende Briefe der Verbrauchzentrale in Remscheid Arbeit. Verunsicherte Verbraucher meldeten sich, um Hilfe für das richtige Verhalten in solchen Fällen zu erhalten, erklärt die Leiterin der Verbraucherzentrale, Lydia Schwertner.

Hinter den seriös wirkenden Inkassobüros wie etwa "Europa Inkasso" stecke eine Abzocke. Angeschriebene sollten zum Beispiel für eine vermeintliche Bestellung eines Anrufblockers einen Betrag über 100 Euro überweisen. Wenn nicht gezahlt wurde, drohte das Unternehmen, das auch eine scheinbar normale Internetseite vorzuweisen hatte, unter anderem mit Geldeintreibung vor Ort, wie dem Jahresbericht der Beratungsstelle in Remscheid zu entnehmen ist. Anzeichen dafür, dass es sich um ein falsches Inkassobüro handelte, lieferten ausländische Steuernummer und Kontodaten.

Wer skeptisch ist, und solche Mahnungen erhält, sollte nicht einfach sofort der unbekannten Geldforderung nachkommen, sondern lieber erst über das Unternehmen Informationen einholen und im Zweifelsfalls Rat bei der Verbrauchzentrale suchen. Ein sicherer Hinweis, dass es sich um ein echtes Inkassobüro handelt, liefern zudem Prüfkriterien, die das erste Anschreiben eines Büros seit dem 1. November 2014 entsprechen muss. Die Hauptforderung muss so bezeichnet sein, dass man als Zahlungsschuldner diese genau einordnen kann. Zudem müssen geltend gemachte Zinsen und Gebühren sowie deren Berechnung angegeben werden.

"Es kann aber auch vorkommen, dass Verbraucher irrtümlicherweise eine Forderung eines echten Inkassobüros erhalten. Grund dafür sind zum Beispiel Verwechslungen", erklärt Schwertner. Das heiß, es handelt sich um eine echte Mahnung, die versehentlich an die falsche Person geschickt wurde, weil eine Namensgleichheit beziehungsweise -verwechslung vorlag.

Wer solch eine Mahnung erhält, sollte diese aber nicht einfach ignorieren, betont die Expertin. "Man sollte handeln und den Fall aufklären, um keinen Eintrag in der Schufa zu erhalten", rät Schwertner. Dazu sollte etwa die Forderung schriftlich abgewehrt sowie Nachweise nach der Richtigkeit der Forderung angefragt werden.

Quelle: RP
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